Bericht: Im Fall Jalloh geht Oberstaatsanwalt von Vertuschungstat aus

Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet, verwirft Bittmann in einem Vermerk vom April 2017 nicht nur die These eines Unfalltods Jallohs. Er entwirft in dem Vermerk auch ein Mordszenario, wonach Beamte den Häftling angezündet haben könnten, um seine Verletzungen zu vertuschen und Ermittlungen zu zwei früheren Todesfällen im Umfeld der Dessauer Polizei zu verhindern.

2005 starb der Asylbewerber Oury Jalloh durch ein Feuer in einer Dessauer Polizeizelle. 1997 war ein Mann nach einem Polizeigewahrsam an schweren inneren Verletzungen gestorben. In beiden Fällen hatte es auch Ermittlungen gegen Polizeibeamte gegeben.

Dass der Oberstaatsanwalt eine Vertuschungstat bis zum Mord in Betracht zog, war bereits Mitte November bekannt geworden. Neu ist nun die Verbindung zu den früheren Todesfällen. Diese stellte das Ermittlungsverfahren im Oktober ein. Der Leitende Oberstaatsanwalt stützt sich dabei auf mehrere Gutachter und einen 2016 unternommenen Brandversuch. An der Unfallthese gibt es aber weiterhin massive Zweifel.

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