Bundeskartellamt untersagt Tickethändler CTS Eventim Exklusiv-Vereinbarungen

Nach dem Verbot einer Übernahme der Konzertagentur Four Artists untersagte die Behörde dem Unternehmen nun Exklusiv-Vereinbarungen mit Vorverkaufsstellen und Veranstaltern von Live-Konzerten und Festivals, wie das Bundeskartellamt am Montag mitteilte.

Die betreffenden Klauseln sehen vor, dass die Vertragspartner Tickets ausschließlich oder zu einem erheblichen Anteil nur über das CTS-System "Eventim.net" vertreiben dürfen.

"CTS Eventim ist als Anbieter des mit Abstand größten Ticketsystems in Deutschland marktbeherrschend", erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt. Wegen des kartellrechtlich verbotenen Missbrauchs von Marktmacht wurde CTS Eventim nun aufgegeben, die Verträge innerhalb von vier Monaten anzupassen.

Das Bundeskartellamt hat dem Münchner Tickethändler CTS Eventim Knebelvereinbarungen mit Veranstaltern und Vorverkaufsstellen untersagt. Dieser habe sich durch vielfache Markteintritte digitaler Anbieter im In- und Ausland laufend verschärft. Das Unternehmen warf den Wettbewerbshütern vor, "mit einer vorgefassten Überzeugung" in das Verfahren gegangen zu sein. CTS strebe deshalb vor den zuständigen Gerichten eine Korrektur des Beschlusses an. "Wir bedauern sehr, dass sich die Behörde nicht ausreichend mit unseren starken Gegenargumenten auseinandergesetzt hat, zumal diese durch aktuelle Studien und ökonomische Gutachten gestützt werden". Zum Beispiel über das verfügbare Geld. Die übrigen Anbieter sind deutlich kleiner, größtenteils nur regional präsent und zum Teil auf Kooperationen mit Eventim angewiesen. Damit könne das Unternehmen Veranstalter schon vor den Tourneen mit Geld für die Produktionen versorgen und diese - zur Not auch ohne vertraglich festgeschriebene Exklusivvereinbarungen - an sich binden, sagte der Berater. Durch die Entscheidung des Kartellamtes würden "bedeutende Ticketkontingente für den Vertrieb durch konkurrierende Ticketsysteme geöffnet".

Dabei ist mehr Wettbewerb genau das, was das Bundeskartellamt mit seiner Entscheidung erreichen will. Konzertbesucher bekommen vielleicht bald günstigere Tickets. Mit dem Zukauf "würde das Unternehmen Kontrolle über weitere, relevante Ticketkontingente erhalten und seine Marktposition weiter ausbauen", hatte Mundt die Entscheidung begründet.

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