Daimler mietet Tesla und zerlegt ihn komplett

Das ist die Bilanz mehrerer Testfahrten, die offenbar Daimler-Mitarbeiter auf verschiedenen europäischen Teststrecken des Konzerns mit einem Wagen des Konkurrenten Tesla durchführten, berichtet "Spiegel online".

Zum Handkuss kam ein kleiner Autovermieter aus Bayern, der drei Teslas im Angebot hat, und das teuerste Modell ohne zu wissen, für wen der Wagen eigentlich bestimmt war, an den Branchenprimus Sixt verlieh. Dort soll der Wagen dann Extrembedingungen ausgesetzt worden sein - unter anderem fuhr er bei Hitze und auf einer Rüttelstrecke. Außerdem wurde das Auto womöglich auseinandergenommen.

Die Besitzer waren den Testfahrten über die Ortungsfunktion des Tesla Model X auf die Spur gekommen. Im ursprünglichen Mietvertrag mit Sixt waren allerdings sowohl das Auseinanderbauen als auch die Nutzung auf Teststrecken ausgeschlossen. Nach dem Bericht sollen die Schäden, die Wertminderungs- und die Gutachterkosten beglichen worden sein. Der Konzern hatte auch den StreetScooter der deutschen Post über eine Briefkastenfirma gemietet und getestet. Die Anmietung von Fahrzeugen zu "Vergleichsfahrten" sei ein "in der Automobilbranche üblicher Vorgang", teilte Daimler mit. Über die GPS-Funktion des Fahrzeugs registrierte die Vermietung die Zweckentfremdung des Leihwagens. Sixt nannte Daimler nicht als Kunden. Der Vermieter schrieb Sixt deshalb auch eine Rechnung über den Nutzungsausfall und den Arbeitsaufwand für die Regulierung, eine Vertragsstrafe von 1.000 Euro pro Tag sowie die Reparatur des Motors und eine Abstandszahlung für eine Verschwiegenheitserklärung. Insgesamt dürften Schäden von mehr als 15.000 Euro sowie ein Wertverlust des Autos von 2000 Euro entstanden sein.

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