Deutscher Orgelbau und Orgelmusik sind nun immaterielles Kulturerbe

Die Basler Fasnacht gehört künftig zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Dieser zweite Schweizer Eintrag auf der repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit folgt auf das Winzerfest im waadtländischen Vevey. "Deutschland hat mit rund 50.000 Orgeln die höchste Orgeldichte der Welt", erklärt die deutsche UNESCO-Kommission. "Hinter der Formulierung des Antrags stehen Jahrzehnte der Beschäftigung als Musikwissenschaftler, Organist und Orgelsachverständiger mit dem Instrument, seiner Geschichte und Gegenwart, seiner Technik und seines Klangs". Die Aufnahme in die Unesco-Liste verdeutliche zudem, dass Orgelmusik kein Luxusgut, sondern Teil der deutschen Identität sei. Um die Tradition auch in Zukunft zu stärken, fördere die Bundesregierung die Modernisierung national bedeutsamer Orgeln und den Erhalt wertvoller Instrumente in diesem Jahr mit rund fünf Millionen Euro.

Es sei unbestreitbar, dass das gastronomische Know-how rund um die Pizza-Produktion ein Kulturerbe sei, kommentierte der UNESCO-Ausschuss.

In die "Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes" wurden sechs neue Elemente eingeschrieben, darunter die türkische Pfeifsprache und der traditionelle Poesievortrag Al Azu in den Vereinigten Arabischen Emiraten. "Jede Orgel ist einzigartig, denn sie wird eigens für den Raum entwickelt, in dem sie später erklingt", sagte Prof. Diese Entscheidung wurde am Donnerstag bei der Tagung des Unesco-Komitees auf der südkoreanischen Insel Jeju bekanntgegeben. Der Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes sind mittlerweile mehr als 170 Staaten beigetreten, 2013 auch Deutschland.

Das Bundesamt für Kultur (BAK) hatte die Basler Fasnacht im März 2016 als Kandidatur bei der Unesco eingereicht.

Das Verfahren für die Aufnahme in die Liste ist mehrstufig.

Gratis-Pizza hatte der Verband der neapolitanischen Pizzabäcker im Fall der Anerkennung ihres Könnens als "Immaterielles Kulturerbe der Menschheit" versprochen. Das deutsche Verzeichnis zählt bislang 68 kulturelle Ausdrucksformen; auf die Internationale Liste wurden aus Deutschland bisher die Falknerei und die Genossenschaftsidee aufgenommen.

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