Dieser Mann trinkt 20 Liter Wasser am Tag

Das gefährdet die Gesundheit. Dass der menschliche Körper ausreichend Flüssigkeit braucht, um gesund zu bleiben, ist also keine Frage. Dementsprechend viel muss Marc Wübbenhorst täglich trinken.

Während ein gesunder Mensch im Normalfall zwei bis drei Tage ohne Wasser überleben könnte, wird es für Marc Wübbenhorst schon nach sehr kurzer Zeit lebensbedrohlich. In Deutschland gibt es nur 60 bekannte Fälle der Stoffwechselkrankheit Diabetes insipidus renalis. "Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie länger als zwei Stunden geschlafen", erzählt er gegenüber der Neuen Westfälischen. Marc hat in seinem Leben noch nie durchgeschlafen, im Schnitt muss er 50 Mal pro Tag auf die Toilette. Diese sind wegen einer Störung des Antidiuretischen Hormons (ADH) nicht in der Lage, die aufgenommene Flüssigkeit den Bedürfnissen der Betroffenen anzupassen.

Der Sennestädter hat sich mit seiner Krankheit abgefunden - allerdings nicht mit dem extremen Schlafmangel und dem damit einhergehenden permanenten Erschöpfungszustand. Ich wollte nicht mehr in den Kindergarten, nicht mehr malen oder mit zum Laternenumzug. Doch auch heute noch fällt ihm ein normales Leben schwer. "Eines Tages haben wir unglaublich lange im Büro gearbeitet, irgendwann war es abends 22.30 Uhr, ich bin zum Zug und hatte meine Flasche Wasser nicht mit", erinnert sich Wübbenhorst.

Mit seiner seltenen Stoffwechselerkrankung hat er sich mittlerweile arrangiert
Mit seiner seltenen Stoffwechselerkrankung hat er sich mittlerweile arrangiert

Allerdings beschränken nicht nur das konstante Durstgefühl und regelmäßige Toilettengänge den Alltag des 35-Jährigen. Ein Freund fand ihn schließlich am Bielefelder Jahnplatz - völlig orientierungslos und verwirrt. Dem Bericht zufolge hatten bereits erste Verdurstungserscheinungen eingesetzt: "Er besorgte mir dann schnell etwas zu trinken, meine Rettung".

"Im Gegensatz zum natürlich vorkommenden Hormon wirkt das Medikament Vasopressin (DDAVP/Desmopressin) über mehrere Stunden, so dass das Hormon in der Regel nur zweimal pro Tag verabreicht werden muss", so der Fachmann.

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