Fix: Köln trennt sich von Stöger

Der bis 2020 laufende Vertrag mit Stöger wurde laut Clubangaben einvernehmlich aufgelöst. Bis zur Winterpause wird der bisherige U19-Trainer Stefan Ruthenbeck die FC-Profis betreuen. Die Szenen nach dem Schlusspfiff, als Stöger vor den Fans die Mütze zog und winkte, wirkten wie ein Abschied. Das dürfte Peter Stöger auf besonders schmerzliche Art und Weise empfunden haben in seinen letzten Tagen beim 1. FC Köln.

Als oben im großen Saal des Geißbockheims warme Worte seitens des 1. FC Köln für die Verdienste der entlassenen Peter Stöger und Manfred Schmid gesprochen wurden, schritten die beiden unten zum Mannschaftstrakt, um sich von all ihren "Jungs", wie sie die Spieler nannten, zu verabschieden. Das brutal ersatzgeschwächte Team kam aber am Samstagabend immerhin zu einem nicht erwarteten 2:2 beim FC Schalke 04 und zeigte in der Partie wohl die beste Saisonleistung. Doch trotz des 2:2 (0:1) ist die Lage bei lediglich drei Punkten aus 14 Spielen und einer Tordifferenz von minus 21 weiter extrem angespannt. Deshalb halten wir es in der aktuellen Situation für unabdingbar, auf der Trainerposition ein Signal zu setzen, auch wenn uns diese Entscheidung sehr schwer fällt und wehtut. Stöger hat vier Jahre lang hervorragende Arbeit abgeliefert, er hat einen geschwätzigen Klub, der ein veritables Imageproblem hatte, sportlich in der zweiten Liga ein trostloses Dasein fristete und finanziell den Bodensatz erreicht hatte, gemeinsam mit Schmadtke zu einem seriösen Vorzeigeverein umgestaltet, vor dem auch die traditionell bis ins tiefste Kabinenverlies bestens informierten Kölner Medien Respekt hatten.

Die FC-Verantwortlichen beendeten mit der Trennung von Stöger eine nervenzehrende Hängepartie, die allen Beteiligten zugesetzt hatte.

Während Stöger sprach, hatte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle regungslos an einem Pfeiler gelehnt und die Szenerie beobachtet. "Aber so eine Saison kann sehr lang werden". In der ganzen Stadt klebt dieser Slogan an Litfaßsäulen, an Häuserwänden oder an Straßenbahnen. Die Kritik, dass eine Trennung hätte eher stattfinden müssen, um der Mannschaft früher die Chance auf einen Neustart zu geben, ist auch aufgrund dieses emotionalen Verhältnisses ungehört geblieben.

Auch das Geheimnis des Stöger-Nachfolgers scheint kein Geheimnis mehr zu sein. "Köln wird dich immer im Herzen haben und nicht vergessen - da bin ich mir sicher", schrieb Podolski.

Noch ist nicht geklärt, wie es in der Rückrunde weitergehen wird.

Denn Stöger ist Kölner Rekord-Trainer! Der 43-Jährige stieg mit Kiel gerade erst auf und führt überraschend die Tabelle an. Am Samstag wurden Gremiums-Mitglieder beim Gespräch mit Dietmar Beiersdorfer in einem Kölner Hotel gesichtet.

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