Hält die EZB Steinhoff am Leben?

Der Aufsichtsratschef von Steinhoff, Christo Wiese, verhandelt offenbar mit Banken über ein Stillhalteabkommen bei einem Milliardendarlehen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtete. Dabei handele es sich um einen Kredit über 1,5 Milliarden Euro. Der Wert des Aktienpaketes ist nach dem drastischen Kursverfall der Steinhoff Aktie in den vergangenen Tage so massiv gesunken, dass die Banken über eine Verwertung der Sicherheiten nachdenken sollen - ein solcher Schritt würde die Krise des Möbelkonzerns drastisch verschärfen. Wie es weiter hieß, prüfen die Geldinstitute derzeit, die Veröffentlichung des Jahresabschlusses abzuwarten.

Nun will Steinhoffs Übergangschef Wiese mit den Geldgebern vereinbaren, dass die Banken diese Wertpapiere nicht veräußern.

In der vergangenen Woche war der Aktienkurs binnen drei Handelstagen um bis zu 92 Prozent eingebrochen, nachdem wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ermittelt wird und Ex-Chef Markus Jooste gehen musste. Für die Gespräche mit den Banken und das Liquiditätsmanagement hat sich der wankende Möbelriese Berater an Bord geholt, wie das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung am Sonntagabend mitteilte. Dabei handelt es sich um die Investmentbank Moelis und die Management- und Strategieberatungsfirma Alix Partners. Nach den letzten verfügbaren Daten aus dem Halbjahresbericht per Ende März liegen die langfristigen Verbindlichkeiten bei 12,1 Milliarden und die kurzfristigen Schulden bei rund 5,9 Milliarden Euro. Die Ratingagentur Moody's hatte die Kreditwürdigkeit von Steinhoff nach den jüngsten Turbulenzen auf Ramsch abgestuft.

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