Hunderttausende nehmen Abschied von Johnny Hallyday

Paris. In der Geschichte Frankreichs ist wenigen Menschen eine solche Trauerfeier bereitet worden: Hunderttausende haben Johnny Hallyday die letzte Ehre erwiesen. Er starb am Mittwoch im Alter von 74 Jahren.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte die Feierlichkeiten angeordnet, er selbst bekannte sich als Hallyday-Fan. Macron sprach in seiner Rede weiter von einer "Liebesbeziehung" der Franzosen zu Hallyday. Mit Hits wie "Ma gueule" (Meine Schnauze) oder "Noir c'est noir" (Schwarz ist Schwarz) wurde Hallyday in Frankreich schon zu Lebzeiten zu einer Legende und zum Idol mehrerer Generationen.

Motorräder vor dem Arc de Triomphe. Er hinterlässt seine Frau Laeticia, seine zwei ehemaligen Ehefrauen, vier Kinder und drei Enkelkinder. Premierminister Edouard Philippe nannte Hallyday einen Vertreter der französischen "Volkskultur", der "sinnbildend für unsere Identität" sei.

In der Madeleine-Kirche ehrten Redner wie die Schauspieler Marion Cotillard und Jean Reno sowie Sänger Patrick Bruel den verstorbenen Hallyday. Auf den Pariser Eiffelturm wurden am Wochenende die Worte "Merci Johnny" (Danke Johnny) projiziert, auf der Fassade des berühmten Konzertsaals Olympia erstrahlte sein Name in roten Lettern. Er hatte in den 60er Jahren den Rock 'n Roll nach Frankreich gebracht und verkaufte mehr als 100 Millionen Tonträger. Er galt als Frankreichs Elvis. Begleitet von einem Trauerzug wurde der Sarg mehrere Kilometer durch die französische Hauptstadt geführt.

An dem Trauerzug sollen laut Polizei insgesamt zwischen 800.000 und eine Million Menschen teilgenommen haben. Darüber regt sich in Frankreich vereinzelt Unmut. Johnny Hallyday wird verabschiedet. Viele Prominente sind auf Pariser Friedhöfen wie Pere Lachaise oder Montparnasse beerdigt, die ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt sind.

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