Jamaika-Aus, #MeToo, covfefe

Der Begriff "Jamaika-Aus" thematisiere nicht nur die besonderen Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung, die sich nach der Bundestagswahl 2017 ergaben, sondern lenke den Blick auch auf eine interessante Wortbildung, heißt es in der Begründung. Mit dem Zusatz "Aus" werde umgangssprachlich auf das erfolglose Ende der Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen verwiesen.

"Ehe für alle" beschreibt die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Die Häufigkeit der Wörter ist weniger entscheidend. Dabei könne der Ausdruck auch falsch interpretiert werden, denn "alle" würde ja beispielsweise auch Kinder umfassen, sagte der GfdS-Vorsitzende Peter Schlobinski. "Den dritten Platz belegte der Hashtag "#MeToo", der die Kampagne gegen sexuelle Übergriffe begleitete.

Auf den weiteren Plätzen landeten unter anderem "covfefe", eine Wortschöpfung des US-Präsidenten Donald Trump, der damit einen seiner zahlreichen Tweets beendet hatte und das Netz zu kreativen Spekulationen über dessen Bedeutung anstachelte, "Obergrenze", "Diesel-Gipfel" und "Videobeweis".

Wiesbaden - "Jamaika-Aus" ist das Wort des Jahres 2017. Das verkündete die Gesellschaft für deutsche Sprache (GFDS) Freitag in Wiesbaden. Insgesamt gibt es stets zehn Wörter des Jahres. Es geht vielmehr um seine Signifikanz, Popularität und sprachliche Qualität.

2016 war der Begriff "postfaktisch" ausgewählt worden, im Jahr zuvor "Flüchtlinge". Mit der Liste sei "keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden", sagen die Sprachforscher. Die Berliner "Lichtgrenze" zum Mauerfall-Jubiläum war das "Wort des Jahres" 2014.

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