Katalonien: Zwei Ex-Minister bleiben in Haft

Es wird der ungewöhnlichste Wettstreit um die Gunst der Wähler sein, den Katalonien in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat. Seine Mandanten seien "politische Gefangene". Dort werden sie zu ihrer möglichen Auslieferung nach Spanien angehört.

Zusammen mit Junqueras müssen der frühere katalanische Innenminister Joaquin Forn sowie Jordi Sánchez und Jordi Cuixart, die beiden Vorsitzenden der separatistischen Organisationen ANC und Omnium Cultural, in Haft bleiben.

Der Beschluss soll am 14. Dezember bekannt gegeben werden.

Der zuständige spanische Richter Pablo Llarena begründete seine Entscheidung damit, dass im Falle Junqueras zwar keine Fluchtgefahr bestünde, der Politiker jedoch weiterhin an dem vom spanischen Verfassungsgericht verbotenen Unabhängigkeitsprozess festhalte. Ihnen traut der Richter im Gegensatz zu den Freigelassenen zu, mit ihren Handlungen Tumulte und Gewalttaten zu provozieren. Die Vorwürfe lauteten auf Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel. Dass zwei der Exminister und die beiden Unabhängigkeitsaktivisten nun weiter im Gefängnis sitzen, ist eine "schlechte Nachricht", sagte der Chef der katalanischen Sozialisten, Miquel Iceta. Einige Stühle in den Zuschauerreihen blieben symbolisch für jene katalanischen Politiker leer, die sich wegen des Unabhängigkeitsreferendums in Untersuchungshaft befinden.

Auch der zweite Spitzenkandidat, Kataloniens Ex-Ministerpräsident Carles Puigdemont, wird nicht am Wahlkampfauftakt teilnehmen können. Am Montag veröffentlichte das staatliche spanische Sozialforschungsinstitut CIS die bisher jüngste Umfrage zu den katalanischen Regionalwahlen: Demnach können die insgesamt drei separatistischen Parteien mit etwa genauso vielen Stimmen wie die drei klar antiseparatistischen Parteien rechnen. Doch alle erwarten für den 21. Dezember ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

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