Mateusz Morawiecki soll Polens Regierungschefin Szydło ablösen

Die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) nominierte Morawiecki am Donnerstag als Nachfolger von Regierungschefin Beata Szydlo, wie eine Parteisprecherin in Warschau mitteilte.

Damals sagte Fraktionsvorsitzender Slawomir Neumann: "Seit 17 Monaten demoliert die Regierung von Beata Szydlo Polen".

Szydlo habe bei einem Treffen der Parteispitze ihren Rücktritt eingereicht, sagte Parteisprecherin Beata Mazurek vor Journalisten. Der Chef der größten Oppositionspartei, Grzegorz Schetyna von der liberalen Bürgerplattform, forderte PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski auf, selbst die Regierungsverantwortung zu übernehmen. Kommentatoren vermuten, dass die Partei sich stärker auf die Wirtschaftspolitik konzentrieren will und deshalb auf Morawieckis Kompetenz setzt. Er solle die Aufmerksamkeit ablenken von einer Abstimmung über Gesetze, die der Regierungspartei Einfluss auf die Justiz verschaffen würden.

Morawiecki leitete früher die Bank BZWBK.

Wenige Stunden zuvor hatte Szydło ein Misstrauensvotum im Parlament überstanden.

Die populäre 54-Jährige war Kaczynski politisch treu ergeben, doch hatten sich in letzter Zeit die Anzeichen vermehrt, dass sie nicht mehr sein volles Vertrauen genießt. Ihr Verhältnis zur deutschen Regierung war frostig.

In Umfragen stehen die polnischen Nationalkonservativen mit Werten bis zu 47 Prozent derzeit klar als stärkste Kraft da. "Ungeachtet all dessen ist Polen das Wichtigste".

Szydlo schrieb in ihrer Botschaft, die sich wie eine Abschiedsnachricht las, auch, dass Polen "ein Beispiel für Europa und die Welt" sei. "Modern und ehrgeizig. Das ist mein Land".

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