Merkel kritisiert Trump für Jerusalem-Entscheidung

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch offiziell Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärte in Brüssel, die Europäische Union sei "zutiefst besorgt" über die Ankündigung des US-Präsidenten und "die Auswirkungen, die diese auf die Friedensperspektiven haben kann". Mit seiner Entscheidung werde Trump auch seine Verbündeten, die an den guten Willen der USA bezüglich einer Zweistaatenlösung und Frieden in Palästina geglaubt hatten, vergraulen.

Deutschland halte sich in diesem Zusammenhang an die einschlägigen UN-Resolutionen, sagte Merkel.

Das Problem des Status von Jerusalem besteht seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967. Während Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu von einer "mutigen und gerechten Entscheidung" sowie einem "historischen Tag" sprach, zeigten sich Regierungsvertreter der arabischen Staaten erzürnt.

Er habe außerdem das State Department beauftragt, die Vorbereitungen für die Verlegung der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu beginnen, fügte der Staatschef hinzu. "Es gibt keinen Plan B".

Trump hatte zuvor in einem international höchst umstrittenen Schritt die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt des Staates Israel verkündet. Sie ruft Araber und Muslime dazu auf, die USA in der Region zu "untergraben". Damit werde ein Feuer entfacht, sagte Staatspräsident Erdogan. "Die Taten Amerikas stellen einen Rückzug von seiner Rolle bei der Unterstützung des Friedensprozesses dar". Das Auswärtige Amt in Berlin aktualisierte die Reisehinweise für Israel und die Palästinensergebiete.

Das türkische Außenministerium kündigte unterdessen an, die Entscheidung Trumps werde ausführlich beim Sondergipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) besprochen.

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