"Messenger Kids": Facebook bringt Chat-App für Kinder heraus

Messenger Kids bietet den Eltern umfangreiche Kontrollmöglichkeiten über die Chat-Aktivitäten der Kinder. In einem Blog-Eintrag argumentiert Facebooks Public-Policy-Leiterin Antigone Davis, dass heutzutage viele Kinder in den USA bereits Apps nutzen, die eigentlich für ältere Nutzer gedacht sind. Die Kontakte selbst brauchen nur den klassischen Messenger, auch Eltern bekommen die Funktionen dort integriert. Im Videochat ist eine große Bandbreite an Masken verfügbar, mit denen Gesichter ähnlich wie bei Snapchat dekoriert werden können. Der US-Konzern hat eine Spezialversion seines Messengers für Kinder präsentiert. Im Chat sollen GIF-Animationen für Lacher sorgen. Auch ein Facebook-Account wird mit der Nutzung des Messenger Kids nicht automatisch erstellt. Informationen aus dem Messenger Kids sollen außerdem auf keinen Fall in irgendeiner Form monetarisiert werden. Dem Children's Online Privacy Protections Act (COPPA) entsprechend, werden laut Facebook keine Daten der Kinder gesammelt. Stattdessen scheint es Facebook darum zu gehen, Eltern an den Messenger zu binden und bei Kindern schon einmal ein Bewusstsein für Facebook zu schaffen.

Möchte ein Kind ein gleichaltriges Kind auf Messenger Kids als Kontakt hinzufügen, so müssen sich die Eltern vernetzen und die entsprechenden Kinder als Kontakte für die Messenger-Kids-App ihres Kindes bestätigen. Derzeit steht der Messenger Kids nur für iOS und nur in den USA zur Verfügung. Da sich die App an 6- bis 12-jährige Kinder richtet, benötigen sie kein eigenes Facebook-Konto - das darf man erst ab 13 Jahren eröffnen. Wann die App in weiteren Ländern startet, ist noch nicht bekannt. In der Praxis melden sich jedoch oft auch jüngere Kinder unter Angabe eines falschen Geburtsdatums an und setzen sich damit auch Gefahren aus. Allerdings löst das auch nicht alle Probleme: So musste etwa Googles Videoplattform Youtube jüngst feststellen, dass in ihren Dienst für Kids auch nicht kindgerechte Inhalte durchrutschten.

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