Netzagentur stoppt Abzocke mit teuren Handy-Rückrufen

Die Mobilfunkanbieter müssen die Anordnung nun für 22 Länder umsetzen. Behördenchef Jochen Homann kündigte an, künftig müsse bei sogenannten Ping-Anrufen für bestimmte internationale Vorwahlen eine kostenlose Preisansage vorgeschaltet werden.

Bonn. Die Bundesnetzagentur will teuren Ping-Anrufen einen Riegel vorschieben. "Mit der von uns angeordneten Preisansagepflicht machen wir das rechtswidrige Geschäftsmodell der Täter wirtschaftlich unattraktiv und schaffen Transparenz für den Verbraucher".

Das Handy klingelt gar nicht, trotzdem steht ein verpasster Anruf auf dem Display - aus Marokko. Ziel ist es, einen kostenpflichtigen Rückruf zu provozieren. Meldet sich der Empfänger solcher Anrufe unter der Nummer zurück, startet dort eine Bandansage, die um Geduld bittet. Die Anrufe kosten häufig mehrere Euro pro Minute. Aber auch Ping-Anrufe aus Somalia (00252), der Elfenbeinküste (00225) und der Ukraine (00380) wurden der Bundesnetzagentur gemeldet. Allein im Oktober 2017 waren es etwa 30.000.

Die Vorwahl von Madagaskar 00261 ähnelt zum Beispiel der Koblenzer Vorwahl 0261 und die Vorwahl Liberias 00231 der Vorwahl Dortmunds 0231. Die entsprechenden Landesvorwahlen können auf den ersten Blick mit lokalen Vorwahlen (Ortsnetzkennzahlen) verwechselt werden.

Zehntausende Handynutzer wurden zuletzt Opfer von sogenannten Ping-Anrufen. Bei der Masche werden deutsche Telefonnummern aus dem fernen Ausland kurz angerufen. In diesem Fall ist also noch nicht einmal ein Rückruf erforderlich, um zur Kasse gebeten zu werden.

Die Polizei rät bei unbekannten Nummern einfach Google zu befragen.

Bereits im Juli dieses Jahres wurde zudem die Abschaltung von 52.000 Rufnummern angeordnet, bei denen eine Ortsnähe vorgetäuscht wurde.

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