Pilotengewerkschaft kündigt Streiks bei Ryanair an

An der Basis Dublin haben sich irische Piloten per Urabstimmung für einen Streik ausgesprochen.

Ab sofort ist bei Ryanair mit Streiks zu rechnen. "Wenn solch eine Aktion stattfinden sollte, wird sich Ryanair damit direkt befassen, aber wir werden nicht mit der Lufthansa-Pilotengewerkschaft VC umgehen und diese nicht anerkennen, egal, was passiert".

Die Weihnachtstage seien aber von den Streikmaßnahmen ausgenommen, teilte die Gewerkschaft über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die Staatsanwaltschaft Koblenz wirft dem Unternehmen vor, diese als Scheinselbständige zu beschäftigen und damit Sozialabgaben zu umgehen. Zuvor hatten die Gewerkschaften die Piloten bei der Gründung einer Tarifkommission unterstützt. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) argumentiert, die Zeit sei nun günstig für ihre Forderungen.

Als marktgerecht sieht die VC insbesondere die Bedingungen bei TUIfly an, die wie Ryanair über eine Flotte von Boeing B 737-Flugzeugen verfügt.

"Ryanair hat keine Mitteilung über Arbeitskampfmaßnahmen deutscher Piloten erhalten", hieß es in einem Statement der Gesellschaft. Unternehmenssprecher Robin Kiely verwies in der Vergangenheit auf Lohnerhöhungen und Verbesserungen beim Dienstplan, die mit den lokalen Piloten-Ausschüssen verhandelt worden seien. Die Behauptungen der deutschen Gewerkschaften seien ohne Grundlage.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat die VC in der Vergangenheit stets als "Gewerkschaft der Lufthansa" bezeichnet. In den vergangenen Monaten hatte sich Widerstand gegen die nach irischem Recht organisierten Arbeitsbedingungen geregt, die unter anderem einen hohen Anteil von Leiharbeitern unter Piloten zulassen.

Auch die deutsche Kabinengewerkschaft Ufo will mit Ryanair über einen nationalen Tarifvertrag für die in Deutschland stationierten Flugbegleiter verhandeln.

"Anderenfalls trägt Ryanair die volle Verantwortung für zukünftige Arbeitskampfmaßnahmen", ergänzt VC-Präsident Schulz. Beim Gehalt schlägt Cockpit Regelungen vor, wie sie beispielsweise auch bei Tuifly gelten.

Die Fluggesellschaft steht seit langem in der Kritik, vor allem, weil sie auf eine große Anzahl freiberuflicher Piloten zurückgreift. Die konkrete Zahl nennt die Gewerkschaft aus strategischen Gründen nicht.

Im Hinblick auf das kommende Jahr warnt er: "Es gibt mehrere Fluggesellschaften, die gerade Piloten brauchen". Auch die von der Insolvenz betroffenen Airberlin-Piloten würden nicht ausreichen, um die Lücke zu schließen.

Ausgabe: