Republikaner zittern: Showdown bei Alabama-Senatswahl

Hochspannung in Alabama: Nach Beginn der Senatswahl in dem Südstaat hat US-Präsident Donald Trump noch einmal um Stimmen für den umstrittenen Republikaner Roy Moore geworben. Der ultrakonservative 70-Jährige hatte sich in den Vorwahlen überraschend durchgesetzt - gegen den Willen von US-Präsident Donald Trump, aber unterstützt von dessen gefeuertem Berater Stephen Bannon.

Moore soll vor knapp 40 Jahren, er bereits in den Dreißigern und im Amt eines Staatsanwalts, minderjährige Mädchen sexuell belästigt und bedrängt haben. Doch einfach wird das nicht. Unterliegt Jones, muss sich Roy Moore bei seinem Einzug in den Senat auf ein ziemlich frostiges Klima gefasst machen: Mehrheitsführer Mitch McConell hat schon angekündigt, dass dem republikanischen Senats-Neuling umgehend eine Untersuchung im Ethik-Ausschuss droht. Das Letzte, was seine Agenda gebrauchen könne, sei ein liberaler Demokrat im Senat, wo die Republikaner ohnehin wenig Spielraum hätten, schrieb Trump am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter. Dass ein Senator den Kandidaten seiner eigenen Partei nicht unterstützt, gab es bis dahin nur ein einziges Mal: als der frühere Leiter des Ku-Klux-Klans, David Duke, sich vor knapp 30 Jahren erfolglos um einen Senatssitz in Louisiana beworben hatte. Eine von ihnen war damals erst 14 Jahre alt. Moore weist die Anschuldigungen zurück.

In einer kurz vor der Wahl erschienenen Umfrage der Monmouth Universität kamen beide Kandidaten auf je 46 Prozent der Stimmen. Fünf Frauen werfen dem Republikaner vor, dass er ihnen nachgestellt hatte, als sie selbst noch Teenager waren. In einigen Erhebungen lag Moore vorne, in anderen Jones. Moore hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Bei den Demokraten ist es genau andersherum. Denn auch Moore soll übergriffig geworden sein.

Trumps Unterstützung hat einen Sieg Moores jedenfalls wieder wahrscheinlicher gemacht.

Ob sich seine Äußerungen auswirken, wird sich an diesem Dienstag zeigen: Dann werden die Wähler in Alabama entscheiden, wer den frei gewordenen Senatssitz von Justizminister Jeff Sessions übernimmt. Durch den Streit um Moore ist die Wahl aber viel offener als sonst.

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