Ribéry contra Spielerberater: "Enorme, strafrechtlich relevante Vorwürfe"

Franck Ribéry am Dienstag in München.

"Enorme, strafrechtlich relevante Vorwürfe" erkannte die Vorsitzende Richterin Isabel Liesegang und vergewisserte sich sowohl bei Ribéry als auch der Gegenseite, ob allen diese Risiken bewusst seien.

Der Fall wird vor dem Landgericht München I verhandelt. Ein Urteil im Zivilverfahren wurde für den 16. Januar (14 Uhr) angekündigt.

In dem Rechtsstreit geht es um 3,45 Millionen Euro, die der Agent Bruno Heiderscheid von Ribéry fordert.

Schon jetzt geht es um fast dreieinhalb Millionen Euro - für Franck Ribéry ist der finanzielle Schaden im Streit mit seinem Ex-Berater aber nicht die größte Gefahr. Zu diesem Zeitpunkt war Heiderscheid nicht mehr Manager des Franzosen.

Nun wird es brisant: Weil Aussage gegen Aussage stehe und es nur ein relevantes Originaldokument von damals gebe, ordnete das Gericht an, einen offiziellen Gutachter die Unterschriften überprüfen zu lassen. Heiderscheid drohen strafrechtliche Konsequenzen wegen möglicher Urkundenfälschung. Die Ribéry-Anwälte behaupten, Heiderscheid habe das Schreiben im Nachhinein angefertigt und sind optimistisch, weil zwei eigene Gutachter bereits analysiert hätten, dass die Signatur nicht vom Fußballer stamme.

Wie es hieß, habe Heiderscheid wegen mehrerer Flugausfälle in Brüssel nicht zur Verhandlung erscheinen können. Eine gütliche Einigung kann sich der Anwalt Riedl "absolut nicht" vorstellen. Deshalb musste das Gericht sein Urteil im Zivilprozess auf Januar vertagen.

Der ehemalige Berater behauptet, dass ihm das Geld von Ribéry als Dank dafür versprochen worden war, dass er 2005 dessen ablösefreien Wechsel von Galatasaray Istanbul zu Olympique Marseille eingefädelt hatte. In der Türkei war Ribéry unglücklich gewesen und hatte gemäss eigenen Angaben drei Monate lang kein Gehalt bekommen. Ribéry soll laut Heiderscheid zunächst mündlich und 2006 dann auch schriftlich zugesichert haben, dass dieser beim nächsten Wechsel zehn Prozent der fälligen Transfersumme erhält.

2007 wechselte Ribéry zum FC Bayern für kolportierte 25 Millionen Euro Ablöse in die Bundesliga.

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