Sieben Jahre Haft für VW-Manager in den USA

Das FBI hatte den Deutschen am 7. Januar vor dem Rückflug von einem Florida-Urlaub in die Heimat geschnappt. "Die letzten elf Monate hinter Gittern in den Vereinigten Staaten waren die schwierigste Zeit in meinem Leben", klagte der langjährige VW-Manager in einem Brief, den er vor wenigen Tagen an Richter Cox geschickt hat.

Wegen Vertuschung der Abgasmanipulationen bei Volkswagen ist ein Manager des Konzerns in den USA zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Müder Blick, nach unten gezogene Mundwinkel: Das Foto von Oliver Schmidt nach seiner Verhaftung, der sogenannte "Mug Shot", ging um die Welt.

Schon im September 2015 hatte Volkswagen zugegeben, bei den Abgastests seiner Dieselautos in den USA betrogen zu haben. Der Manager hatte sich im August in zwei Anklagepunkten für schuldig erklärt. Die Strafverfolger werfen ihm vor, an einer Verschwörung zum Betrug beteiligt gewesen zu sein und gegen das US-Luftreinhaltegesetz verstoßen zu haben.

Schmidt hatte vor der Urteilsverkündung unter Tränen gesagt, der Tag sei der schwerste Tag seines Lebens. Schmidts Anwalt David DuMouchel hatte auf eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und vier Monaten und eine Geldstrafe von 100.000 Dollar plädiert. Liang hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Schmidt war einst Chef des für die Koordination mit den US-Behörden zuständigen Umwelt- und Ingenieurbüros von VW in den USA. Der 48-jährige Deutsche hatte seine Mittäterschaft beim Abgas-Skandal zunächst abgestritten, im August bekannte er sich jedoch schuldig und ging einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein. In dem Brief an Richter Cox hatte er es als eines seiner "erniedrigendsten Erlebnisse" bezeichnet, auf der Toilette des Flughafens von Miami von acht Beamten verhaftet und in Handschellen zu seiner Frau geführt zu werden Schmidt arbeitete von 2012 bis 2015 in der VW-Niederlassung in der Nähe von Detroit und war dabei für die Zertifizierung von Fahrzeugen durch Umweltbehörden zuständig. Trotz 1,6 Millionen Dollar an finanziellen Sicherheiten wurde der Antrag aber abgeschmettert. Eine Reihe von Vorwürfen wurde aber fallen gelassen. Das war die Zeit, in der Volkswagen seine Autos mit einer Software so manipuliert hatte, dass sie bei Tests auf dem Laufband weniger Abgase ausstießen als beim tatsächlichen Fahren in der Praxis. Auf Konzernebene haben die Wolfsburger kriminelle Vergehen eingeräumt - das erschwert einzelnen angeklagten Mitarbeitern die Verteidigung erheblich. Der Autohersteller hat sich die Vergleiche mit amerikanischen Behörden sowie mit Verbrauchern, Autohändlern und anderen Gruppen bislang rund 25 Milliarden Euro kosten lassen.

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