So stellt sich ProSiebenSat.1 künftig auf

Zu seinem Capital Markets Day hat ProSiebenSat.1 Details zur angekündigten Umstrukturierung bekannt gegeben.

Synergien erhofft man sich in Unterföhring vor allem durch die Zusammenlegung des linearen TV-Geschäfts mit der Digital-Entertainment-Sparte im Bereich Entertainment.

Im Zuge der Neuaufstellung will ProSiebenSat.1 über 50 Millionen Euro bis 2019/2020 einsparen. Das Ziel des Umbaus ist es daher laut Konzern auch, sich den verändernden Umfeldern anzupassen und "weiteres nachhaltiges, profitables" Wachstum sicherzustellen.

Wie erwartet gliedert man das Geschäft künftig nicht mehr in vier, sondern nur noch in drei Säulen. Diese Aufstellung erscheint logisch, hat in einer zunehmend crossmedialen Welt eine Unterteilung doch immer weniger Sinn ergeben.

ProSiebenSat.1 steht unter Druck. Weiterhin investieren will man in die Bereiche Addressable TV, AdTech und Data, um im Werbegeschäft mithalten zu können. Hier spielen auch die Partnerschaften innerhalb der European Media Alliance, in der zwölf Medienunternehmen aus ganz Europa zusammenarbeiten, eine Rolle.

Die zweite Säule ist der Bereich Content Production & Global Sales.

Content Production & Global Sales: ProSiebenSat.1 führt die Red Arrow Entertainment Group mit dem Multi-Channel-Netzwerk (MCN) Studio71 unter dem Namen Red Arrow Studios zusammen und integriert digitale Video-Angebote sowohl in das klassische Produktionsgeschäft als auch in seine internationalen Vertriebsnetze. Beides firmiert künftig als "Red Arrow Studios". Sowohl für diesen Bereich als auch für den Sektor Commerce werden Co-Investoren gesucht. Erklärtes Ziel dieses Schritts ist der Portfolioausbau und die weitere Beschleunigung des Wachstums im Commerce-Bereich. Für das nach dem Verkauf von etraveli verbliebene Online-Reisegeschäft mit Pauschalreisen (weg.de/tropo) wird laut ProSiebenSat.1 der Review-Prozess zu einem möglichen Verkauf fortgeführt. Der Umsatz soll demnach im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, der bereinigte Konzernjahresüberschuss soll leicht über dem Vorjahr liegen. Den größten Teil seines Gewinns wird ProSiebenSat.1 nicht im Konzern behalten, sondern an seine Aktionäre ausschütten - von 80 bis 90 Prozent ist die Rede.

Mittelfristig strebt ProSiebenSat.1 einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Bis 2022 erwartet man ein Umsatzwachstum von mehr als einer Milliarde im Vergleich zu 2017, das sich durch Zukäufe noch erhöhen könne.

Der noch amtierende Vorstandsvorsitzender Thomas Ebeling sagt: "Die Wachstumsgeschichte von ProSiebenSat.1 ist seit 32 Quartalen in Folge ungebrochen". Das alles war nur möglich, weil wir die Transformation und Diversifizierung des Konzerns seit 2009 systematisch vorantreiben. Unser Management-Team und der Aufsichtsrat haben diese Strategie in den vergangenen Monaten gemeinsam entwickelt. Für diesen Sektor sucht ProSiebenSat.1 neue Investoren, um ihn möglicherweise als semi-seperate Operation auf den Börsenmarkt zu schicken. Ebeling fährt in dem Sektor schon länger eine aggressive Expansionsstrategie und verleibte dem Konzern unter anderem zwei Singlebörsen ein.

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