Stardirigent James Levine soll Jugendlichen missbraucht haben

Grund sind mehrere Beschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs. Der 74-Jährige werde bei keinen Aktivitäten der Oper dabei sein, er werde auch die für diese Saison geplanten Auftritte nicht erfüllen, teilte das weltberühmte Opernhaus auf Twitter mit. Die "New York Times" und die "New York Post" hatten berichtet, dass Levine ab dem Jahr 1985 Kontakt zu einem Jugendlichen gehabt habe, wobei es über Jahre zu sexuellen Übergriffen gekommen sei. Bis 1993 habe der Missbrauch angedauert und den heute 48-Jährigen fast in den Suizid getrieben.

Die Vorwürfe sind der Met allerdings schon länger bekannt: Grundlage der Untersuchungen sei ein Polizeibericht aus dem US-Bundesstaat Illinois aus dem vergangenen Jahr, hieß es. Ausserdem interviewten die Journalisten den betroffenen Mann und sprachen mit dessen Familienangehörigen.

Der Dirigent und Pianist war 40 Jahre lang Musikdirektor an der Met. 2016 ging er wegen einer Parkinson-Erkrankung in Rente, arbeitet aber weiterhin mit dem Titel eines Ehrendirigenten für das Opernhaus. Damit hat die Welle von Veröffentlichungen zu sexuellen Übergriffen, die mit dem Sturz der ehemaligen Hollywood-Ikone Harvey Weinstein begonnen hatte, nun auch die Welt der klassischen Musik erreicht. Laut "New York Times" erklärte sich Levine 2016 auf Nachfrage der Met für nicht schuldig. Zahlreiche Opfer haben sich inzwischen zu Wort gemeldet. In vielen Ländern und auch in sozialen Netzwerken wurde eine breite gesellschaftliche Debatte angestoßen.

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