Stöger: Teil des BVB-Siegs gehört Vorgänger Bosz

Der ehemalige Trainer von Ajax Amsterdam ist nach Carlo Ancelotti (FC Bayern), Alexander Nouri (Bremen), Andries Jonker (VfL Wolfsburg) und Stöger (Köln) bereits der fünfte Bundesliga-Trainer, der in der laufenden Saison vorzeitig seinen Platz räumen musste.

Peter Stöger, der ebenjenen 1. FC Köln bis zum vergangenen Sonntag trainierte, wurde gestern als neuer Trainer bei Borussia Dortmund vorgestellt. "Ich gehe diese Geschichte mit sehr viel Freude und vielen Emotionen an". Stöger ist zumindest von seiner Persönlichkeitsstruktur her so veranlagt, der es gut aushalten kann, dass sein neuer Job ein Ablaufdatum hat. Nach dem Anruf von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (58) am Abend flog er am Sonntagmorgen wieder nach Deutschland. Meine Idee war eigentlich, alles aufzuarbeiten.

Warum ausgerechnet Stöger? Schließlich hat der Trainer mit Köln in 14 Liga-Spielen gerade mal drei Punkte geholt.

Der bisherige Arbeitgeber von Stöger, bei dem er noch bis 31. Dezember auf der Gehaltsliste stand, gab Grünes Licht.

Im vergangenen Jahr hatte Stöger den FC erstmals seit langer Zeit in den Europapokal geführt.

Nach BILD-Informationen soll dann Hoffenheims Julian Nagelsmann (30) kommen. Dass nun keine Rücksicht mehr genommen werden kann, selbst wenn die Nachfolgeregelung in der Trainerfrage ebenfalls große Risiken birgt. Das belegen die zwei Phasen: In der ersten gelangen Dortmunds Gegnern zwei Tore, in der zweiten 21. "Aber im Leben ist nichts in Stein gemeißelt".

Aus seiner Erleichterung über die spontane Zusage von Stöger machte Hans-Joachim Watzke keinen Hehl. Die Einheit um 10 Uhr heute Morgen wurde abgesagt, damit Bosz nicht noch einmal trainieren muss.

Dortmund/München - Bei Borussia Dortmund ist die Entscheidung um Peter Bosz gefallen.

"Die Absprache war bis Sommer. Aber wenn man als BVB an siebter Stelle steht, ist einiges schiefgelaufen", befand Watzke. Es war sehr emotional, gleichzeitig aber sehr stilvoll. Bosz' Nachfolger ist Peter Stöger.

Art und Weise des Auftretens der Mannschaft und der psychische Zustand der Spieler legen nämlich den Verdacht nahe, dass die Dortmunder Probleme nicht allein durch Handauflegen oder eine schnelle Trainer-Rochade gelöst werden können. Bis zum Schluss haben sie gehofft, dass Bosz die Mannschaft wieder in die Spur bekommt.

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