Umfrage: Deutschtürken: Verhältnis hat sich verschlechtert

Doch 52 Prozent sagen, in den vergangenen Jahren habe sich der Umgang zwischen Deutschen und Deutschtürken verschlechtert.

Die politischen Spannungen zwischen den Regierungen in Berlin und Ankara belasten nach Ansicht vieler Deutsch-Türken offenbar auch ihr Verhältnis zu deutschen Mitbürgern. Das gaben 52 Prozent der befragten türkischstämmigen Deutschen in einer repräsentativen Umfrage für den Sender NDR an. Die Regierungsstreitigkeiten seien schuld, erklärten 59 Prozent.

Gefragt nach den Gründen, nannten die wenigsten schlechte persönliche Erfahrungen. 53 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass auch die Medienberichterstattung eine Rolle spielt.

Nur zwölf Prozent der mehr als 2800 Befragten halten die in Deutschland geübte Kritik demnach für berechtigt.

Den Ergebnissen zufolge macht es kaum einen Unterschied, ob die befragten Türkeistämmigen in erster, zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben.

Dabei ist die türkeistämmige Bevölkerung in Deutschland in der Haltung zu Erdogan gespalten: Während sich 27 Prozent der Deutschtürken kritisch zu Erdogans aktueller Politik äußern, stimmen 29 Prozent seinem Kurs seit dem Putschversuch 2016 zu.

Laut NDR zeigt die Erhebung hier einen eindeutigen Zusammenhang: Mangelt es an Integration und Anerkennung, wächst die Zustimmung zu Erdogan - und umgekehrt. Die formal höher Gebildeten seien besser integriert und stünden Erdogan kritischer gegenüber. Bei den weniger gut Ausgebildeten steige die Sympathie und Zustimmung für die Politik Erdogans sprunghaft an. Mit dem Referendum hatte sich Erdogan einen Ausbau seiner Machtbefugnisse gesichert.

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