WHO schlägt "Spielzwang" für Klassifizierung als psychische Erkrankung vor

Die ICD wird weltweit von Gesundheitsexperten verwendet und dient als internationaler Standard zur Definition von Gesundheitszuständen und Krankheiten. 2015 wurde ein 17-jähriger russischer Junge notfallmäßig ins Krankenhaus eingeliefert und starb im Krankenhaus, nachdem er beim Spielen von Videospielen ins Koma gefallen war. In der neuesten Auflage der ICD soll "Gaming Disorder" als Kategorie auftauchen. Ein solches Verhaltensmuster ist schwerwiegend und führt zu erheblichen Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen, lautet die ICD-11.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat "Gaming Disorder" in die Beta-Version für das Klassifizierungssystem ICD-11 aufgenommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte "Spielzwang" in ihrem Handbuch 2018 über Krankheiten als psychische Erkrankung einstufen. Unter dem Schlüssel 6D11 in der Kategorie "Disorders due to addictive behaviours" findet sich hier neuerdings "Gaming Disorder", also die Sucht nach Videospielen. Das eigentliche Krankheitsbild gleicht dem der Glücksspielabhängigkeit nach Suchtverhalten bezüglich Online- und Offline-Videospielen. Die ICD-11 stellt drei Symptomgruppen fest: (1) Gestörte Kontrolle über das Spielen (Häufigkeit, Dauer, Intensität etc.), (2) Priorisierung des Spielens über alle anderen Lebensbereiche und Alltagsaktivitäten, (3) Weiterführen oder Eskalation des Spielens trotz negativer Konsequenzen.

Eine "Gaming Disorder" soll allerdings erst nach zwölf Monaten andauernden Symptomen ausgesprochen werden, im schweren Fällen könnte die Diagnose aber auch früher gestellt werden.

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