Amoklauf-Prozess gegen Waffenverkäufer wird fortgesetzt

Das Landgericht München I sprach Philipp K.am Freitag der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung sowie des illegalen Waffenhandels schuldig und folgte mit seinem Urteil im Wesentlichen den Forderungen der Anklage.

Philipp K. sagte in seinem Schlusswort, er wolle den Angehörigen und Hinterbliebenen sein Beileid aussprechen.

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und zwei Monate Haft verlangt. Das aber habe David S. getan, der nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden könnte.

München/Marburg - Im Prozess gegen den aus Marburg stammenden Verkäufer der Waffe für den Münchner Amoklauf hat die Verteidigung dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Philipp K. habe wegen der Umstände des Waffenverkaufs davon ausgehen müssen, dass Menschen verletzt oder getötet werden sollen.

Der Angeklagte soll dem 18 Jahre alten Schüler David S. die Pistole verkauft haben, mit der dieser am 22. Juli 2016 am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschoss, ehe er sich selbst tötete. Eine fahrlässige Tötung, wie von der Staatsanwaltschaft angeklagt, sei nicht gegeben. Während die Staatsanwaltschaft dies als fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung bewertete und sieben Jahre und zwei Monate Haft forderte, sahen die Nebenkläger eine Beihilfe zum Mord und forderten wesentlich längere Haftstrafen.

Philipp K. verkaufte dem Amokläufer die Waffe. Die Familien warfen Philipp K. vor, er habe gewusst, was David S. mit der Pistole vorhatte.

Dessen Opfer waren vorwiegend junge Menschen mit Migrationshintergrund. Seine Opfer glichen demnach den Altersgenossen, die ihn zuvor jahrelang gemobbt hatten.

Nach einer letzten Nebenklägerin soll die Verteidigung plädieren.

Auch die Mutter eines getöteten 15-Jährigen meldete sich zu Wort.

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