Beat Furrer erhält Ernst von Siemens Musikpreis 2018

Beat Furrers Musik ist von leisen Tönen geprägt, vom Innehalten, von feinsinnigen Differenzieren und vom Brückenbau zwischen Avantgarde und Amateuren: Nun wird der österreichische Komponist Schweizer Herkunft mit dem Ernst von Siemens-Preis geehrt - der größten, mit 250.000 Euro dotierten, Auszeichnung, die man als Komponist bekommen kann. Der 63-Jährige gestalte seit vielen Jahren die musikalische Gegenwart auf die eindrücklichste Art und Weise, erklärte die Ernst von Siemens Musikstiftung am Dienstag. Furrer habe enormen Einfluss auf jüngere Generationen von Komponisten und Interpreten. Und so urteilt die Jury des Ernst-von-Siemens-Musikpreises, sein kompositorisches Lebenswerk erstrecke sich über alle musikalischen Gattungen und sei von geradezu suggestiver Kraft. "Seiner eigenen Klangsprache stets unverkennbar treu bleibend, reproduziert Furrer niemals Erprobtes, sondern führt musikalische Ideen mit jedem neuen Werk einen Schritt weiter und erkundet unbekanntes ästhetisches Terrain".

Zehn Jahre später gründete er gemeinsam mit Viktor Liberda das Klangforum Wien, dessen Künstlerischer Leiter er bis 1992 war. Seit 1991 lehrt er Komposition an der Kunstuniversität Graz, von 2006 bis 2009 hatte er eine Gastprofessur in Frankfurt am Main inne. Zu seinen bekanntesten Musiktheaterwerken zählen "Begehren" (2001), das Hörtheater FAMA (2005), "Wüstenbuch" (2010) sowie "La Bianca Notte (Die helle Nacht)" (2015). Ein Jahr später war er Composer in Residence der Klangspuren Schwaz. "Aber ich habe natürlich immer das Gefühl, dass ich jetzt gerade erst beginne". "Dort ist es so still", sagt er. Unterstützt werden weltweit rund 120 Projekte im zeitgenössischen Musikbereich.

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