Bertelsmann-Studie: Terrorismus und Migration sorgen EU-Bürger besonders

Von ihnen wünschen sich wiederum knapp zwei Drittel (64 Prozent) eine vertiefte europäische Zusammenarbeit. "Dafür ist auch politische Führungsstärke gefragt", kommentiert Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung die Ergebnisse. In Deutschland sprechen sich 59 Prozent der AfD-Anhänger deutlich gegen europäische Vertiefung aus.

Gütersloh. Die Bürger der EU wünschen sich eine bessere Steuerung der Migration und sehen in der Globalisierung eine Chance: Aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung geht hervor, dass die meisten Europäer gegenüber der EU positiv eingestellt sind.

Allerdings gebe es bei der Einstellung zur Globalisierung einen deutlichen Unterschied zwischen der allgemeinen und der persönlichen Wahrnehmung, erklärte die Stiftung. Sie lehnen jede Art der politischen und wirtschaftlichen Öffnung ab: Sowohl die Globalisierung als auch die EU.

Eine uneinheitliche Meinung haben die EU-Bürger zum Thema Globalisierung. Fast die Hälfte - genau 44 Prozent der Befragten - sieht nach der Untersuchung in der Globalisierung eine Bedrohung, 56 Prozent dagegen eine Chance.

Persönlich haben 66 Prozent der Befragten hingegen mit der Globalisierung "eher gute" oder "gute" Erfahrungen gemacht - etwa weil sie günstiger an Waren und Dienstleistungen gekommen sind. Nur 41 Prozent der Globalisierungsskeptiker sind gegen mehr EU-Integration.

In Deutschland seien die EU-Unterstützer über die meisten Parteigrenzen hinweg fast überall klar in der Mehrheit, hieß es. Nur die Wähler rechter und rechtspopulistischer Parteien setzen sich von diesem Bild ab. In Frankreich etwa sind lediglich die Anhänger der rechtsextremen Partei Front National mehrheitlich gegen mehr EU-Integration (64 Prozent). Zudem scheine bei der FDP das Europa-Bekenntnis zu wackeln, heißt es von den Autoren der repräsentativen Studie. Nur knapp die Hälfte der FDP-Anhänger (49 Prozent) ist demnach für mehr europäische Integration. In Polen will die Mehrheit der Anhänger der rechtspopulistischen Oppositionspartei Kukiz'15 weniger europäische Zusammenarbeit. Ein Viertel der Europäer gibt an, dass der Kampf gegen den Terrorismus die größte Priorität der EU haben sollte.

Deutschland liegt mit 57 Prozent EU-Befürwortern und 43 Prozent EU-Skeptikern im europäischen Trend.

In der Bekämpfung von Terrorismus und der Steuerung der Migration sehen EU-Bürger die Hauptaufgaben der Europäischen Union.

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