Deutscher Staatshaushalt verzeichnet 2017 Rekordüberschuss

Die staatlichen Konsumausgaben stiegen mit 1,4 Prozent unterdurchschnittlich. Ökonomen bei Banken und deutsche Forschungsinstitute hatten zuletzt für 2017 ein Wachstum in der Größenordnung von 2,3 Prozent prognostiziert.

Von der seit Jahren florierenden Konjunktur - und den anhaltend niedrigen Zinsen - profitiert auch der Fiskus. Dazu gehören der ungewisse Ausgang der Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien, die Nordkorea-Krise und neue Handelsschranken, die die Exportnation Deutschland besonders treffen würden. "Wir sind auf dem Weg in eine Hochkonjunktur, wie wir sie lange nicht hatten", sagte Allianz-Volkswirt Rolf Schneider jüngst. Nach Angaben der GfK-Konsumforscher machen sich die wenigsten Menschen in Deutschland Sorgen um ihren Job. Das Vertrauen in die boomende Wirtschaft sei weiterhin hoch. Auf den Rekord von 38,4 Milliarden Euro summierte sich der Überschuss bei Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen.

Der deutsche Staatshaushalt hat 2017 wegen der guten Konjunktur und niedriger Zinskosten einen Rekordüberschuss erzielt.

Dies ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.

Zugleich sorgt die kräftige Erholung der Weltwirtschaft für steigende Nachfrage nach Waren "Made in Germany".

Die deutsche Wirtschaft wuchs damit das achte Jahr in Folge und so kräftig wie seit 2011 nicht mehr. Angetrieben vom robusten Konsum, anziehenden Investitionen und den Exporterfolgen ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,2 % nach 1,9 % im Vorjahr gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) gestern mit. Der deutsche Staat konnte nach Berechnungen der Statistiker 2017 zum vierten Mal in Folge mehr Geld einnehmen als ausgeben. In den ersten elf Monaten wurden Maschinen, Autos und andere Waren im Wert von 1,18 Billionen Euro ausgeführt (plus 6,5 Prozent). Ein - wenn auch minimales - Minus hatte Deutschland zuletzt 2013 verbucht.

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