Die Deutschen sind so reich wie nie - trotz Niedrigzinsen

Dank des Dauer-Booms ist das Geldvermögen der Privathaushalte zuletzt auf 5,78 Billionen Euro geklettert. Zum Geldvermögen wird gezählt: Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen. Laut Bundesbank bevorzugen die Deutschen liquide und risikoarme Anlagen. Legten die Deutschen im dritten Quartal 2016 nur 563,7 Milliarden Euro in Aktien und 505,1 Milliarden Euro in Fonds an, stieg die Summe binnen eines Jahres auf 632,2 Milliarden beziehungsweise 560,7 Milliarden Euro. Dahinter standen den Notenbank-Experten zufolge vor allem Wohnungsbaukredite heimischer Banken. Wie das Vermögen insgesamt verteilt ist, geht aus den Daten der Bundesbank nicht hervor. Bei den 83 Millionen Einwohnern sind das doch sage und schreibe 69 626 Euro und 51 Ct reines Geldvermögen pro Kopf der Bevölkerung. Aus Spareinlagen und -briefen sowie Termingeld zogen die Bundesbürger dagegen Geld ab. Sparbuch und Tagesgeld werfen wegen der Zinsflaute kaum noch etwas ab. Das entspricht rund 39 Prozent des gesamten Geldvermögens.

Beliebt sind weiterhin auch Versicherungen und Pensionseinrichtungen, in die Privathaushalte im dritten Quartal 15 Milliarden Euro steckten. Insgesamt belief sich das Volumen an Bargeld und Einlagen Ende September auf 2270 Milliarden Euro. Die Bestände summierten sich so auf rund 2156 Milliarden Euro.

Auch steigende Aktienkurse trugen zum Wachstum des Vermögens bei. Sie schlugen mit 19 Milliarden Euro positiv zu Buche. "Bis zu einem wirklich langfristigen und renditeorientierten Sparverhalten haben die deutschen Sparer noch einen weiten Weg vor sich", stellte die Allianz allerdings jüngst fest. Weil die Inflation zuletzt wieder anzog, verlören Sparer mit Bargeld und Bankeinlagen unter dem Strich sogar Geld.

Während Sparer Geld verlieren, profitieren Kreditnehmer von der Zinsflaute.

Umgekehrt nutzen aber viele Bundesbürger die niedrigen Zinsen, um sich günstig Kredite zu verschaffen - vor allem für den Wohnungsbau. Demnach besitzen die reichsten zehn Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens, die untere Hälfte nur ein Prozent. Abzüglich der Schulden erhöhte sich das Nettogeldvermögen um 1,2 Prozent auf 4064 Milliarden Euro.

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