"Ergebnisse zeigen Handlungsbedarf" : Hundertausende Internet-Anschlüsse untersucht: Das ist das enttäuschende

Das zeigt die aktuelle Breitbandmessung der Bundesnetzagentur. Wer selbst nachsehen möchte, kann das in der Kartenansicht der Daten tun, hier lassen sich zahlreiche Filter setzen. Demnach erhalten 28,4 Prozent der Internetnutzer in Deutschland nicht einmal die Hälfte der Maximalgeschwindigkeit, die ihnen vertraglich zugesagt wurde. Dabei erweisen sich vor allem ADSL-Anschlüsse mit 8 Mbit/s bis kleiner 18 Mbit/s als schwarze Schafe: Hier wurden die schlechtesten Werte erzielt.

Auch 2016/2017 hat also der Großteil der Breitbandkunden nicht die vertraglich vereinbarte maximale Datenübertragungsrate erhalten.

Bei Nutzern, die langsamere Anschlüsse (bis 18 Mbit/s) gebucht haben, scheinen die Abweichung stärker zu sein, als bei Kabelanschlüssen zwischen 200 und 500 Mbit/s. Diese Bandbreiteklasse wird durch Produkte der Kabelnetzbetreiber geprägt. Im Festnetz erreichten nur zwölf Prozent der Nutzer diese Maximalgeschwindigkeit oder lagen sogar darüber.

Noch schlechter als bei den stationären Breitbandanschlüssen sieht es bei den mobilen Zugängen aus.

"Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden nach wie vor oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen die Anbieter in Aussicht gestellt haben", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, und fügte hinzu: "Obwohl die Ergebnisse bei einzelnen Bandbreiten und zwischen den Anbietern unterschiedlich ausfallen, zeigen sie insgesamt weiterhin Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern". Außerdem hat sich der Wert gegenüber dem vorherigen Berichtsjahr verschlechtert: Damals erzielte noch deutlich mehr als jeder Vierte (27,6 Prozent) mindestens die Hälfte der versprochenen Leistung.

Mit Blick auf die Ergebnisse in den einzelnen Bandbreiteklassen ist festzustellen, dass insbesondere in höheren Bandbreiteklassen tendenziell niedrigere Prozentwerte erreicht wurden. Die Verschlechterung ist laut Bundesnetzagentur unter anderem auf tarifliche Anpassungen zurückzuführen. Nur 2,6 % der Kunden erreichen die vertraglich vereinbarte maximalen Datenübertragungsrate zu 100 %. Der Anteil lag bei 64,2 Prozent (2015/2016: 65,4 Prozent).

Beim Erreichen der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate für Festnetzanschlüsse schneiden M-net (20,8 %), Vodafone (19,5 %) und EWE (19 %) halbwegs gut ab. "Somit bewerten Endkunden bei mobilen Breitbandanschlüssen weiterhin eher die Mobilität und die zur Verfügung stehende Performance als das Erreichen der in Aussicht gestellten maximalen Datenübertragungsrate", meint die Bundesnetzagentur. Insofern können auf der Grundlage der Breitbandmessung keine Aussagen zur Versorgungssituation oder Verfügbarkeit von breitbandigen Internetzugangsdiensten getroffen werden. Die Bundesnetzagentur hat für den Bericht im Zeitraum vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 fast 440.000 valide Messungen ausgewertet. Im Breitbandbereich flossen 437.192 Messungen in die Ergebnisse ein, im Mobilfunkbereich 245.143 Messungen.

Im Internet gibt es Seiten, mit denen man die Geschwindigkeit des eigenen Anschlusses testen kann, z.B.

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