Französischer Luxusriese Kering gibt Mehrheit an Puma ab

Der französische Luxusgüterkonzern Kering trennt sich von einem überwiegenden Teil seiner Puma-Aktien. Kering will sich eigenen Angaben zufolge künftig ganz auf seine Luxusmarken konzentrieren. An der Börse könnte das Unternehmen damit wieder eine größere Rolle spielen. Wegen des geringen Streubesitzes war Puma in den Kleinwerteindex SDax abgestiegen, obwohl das Unternehmen einen Börsenwert von 5,3 Milliarden Euro hat. "Das ist das Beste, was uns hätte passieren können", hieß es in Unternehmenskreisen. Kering selbst behält nur 16 Prozent. Gleichzeitig würden Kering und Artémis starke Partner bleiben, so Gulden. Damals hatte sich das fränkische Traditionsunternehmen angesichts der übermächtigen Konkurrenz von Adidas und Nike stark als Mode- und Lifestyle-Marke positioniert. Die Hoffnung auf Synergieeffekte mit Gucci oder Saint Laurent hatte sich aber nie erfüllt. Inzwischen ist Puma wieder zu seinen Wurzeln als Hersteller von Sportschuhen und -bekleidung zurückgekehrt. In den USA ist die Marke wieder in Mode - dank Markenbotschaftern wie Rihanna und dem Sprinter Usain Bolt.

Im vergangenen Jahr hatte Puma seine Umsatz- und Gewinnprognosen dreimal nach oben geschraubt. Der Umsatz sollte um bis zu 16 Prozent auf mehr als vier Milliarden Euro steigen, der operative Gewinn auf 235 bis 245 Millionen Euro - fast doppelt so viel wie 2016. Genaue Zahlen will Puma am 12. Februar nennen.

Die im Luxussegment gewohnten Profite hatte Puma aber nie erreicht.

Der Verwaltungsrat schlägt den Anteilseignern von Kering vor, rund 70 Prozent an PUMA SE als Sachdividende an sie weiterzureichen. "Wir haben eine gute Grundlage für eine rosige Zukunft von Puma gelegt". Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der Hauptversammlung von Kering, die am 26. April 2018 stattfinden soll. Immer wieder wurde Puma-Chef Gulden nach Verkaufsabsichten gefragt, immer wieder musste er auf Paris verweisen, wo Funkstille herrschte.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits vorher über die Pläne berichtet. Die Spekulationen über eine gesellschaftsrechtliche Neuordnung und ein Abtrennen des Puma-Pakets von Kering löste am Donnerstagnachmittag einen kleinen Kursrutsch von 4,5 Prozent aus; der Wert der Aktie schloss bei 338 Euro. Schon zuvor kursierten Gerüchte, wonach die Franzosen das fränkische Unternehmen mit der Raubkatze im Logo abspalten und so an die Kering-Aktionäre direkt weiterleiten wollten.

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