Hiesinger verteidigt Kurs nach massiver Kritik

Um seinen Kritikern entgegenzukommen, wird Hiesinger im Frühsommer demnach seine Strategie nachjustieren. "Wie genau wir das angehen, wird Teil unseres jährlichen Strategiedialogs von Vorstand und Aufsichtsrat im Mai sein". "Entsprechend werden wir unser strategisches Zukunftsbild schärfen und auch unsere finanziellen Zielsetzungen anpassen".

Der Konzern werde nach der Gründung des Stahl-Joint-Ventures mit Tata Steel anders aussehen.

Mehrere Investoren hatten den Kurs des Mischkonzerns, der neben Stahl auch Aufzüge, Anlagen, Autoteile und U-Boote herstellt, scharf kritisiert.

Vor dem für heute geplanten Aktionärstreffen hatte sich in dieser Woche auch der Fondsmanager des Investors Union Investment, Ingo Speich, zu Wort gemeldet und einen "weitreichenden Konzernumbau" gefordert. Cevian ist mit 18 Prozent zweitgrößter Aktionär des deutschen Konzerns. "Die aktuelle Konglomeratsstruktur ist zu komplex und schwerfällig". Cevian-Mitgründer Lars Förberg verlangt eine Zerschlagung des Traditionsunternehmens über die bereits auf den Weg gebrachte Abspaltung der Stahlsparte hinaus.

Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr eine Dividende von 15 Cent je Anteilsschein erhalten.

Hinsichtlich der Kritik des schwedischen Finanzinvestors sagte Hiesinger, dass der Konzern nicht eindimensional geführt werde. Der seit sieben Jahren amtierende Vorstandschef machte aber einmal mehr deutlich, dass es unter seiner Führung keine Befreiungsschläge geben wird. "Wir arbeiten mit einer langfristigen Perspektive".

Hiesinger bestätigte die Ziele für das Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende September) und warb für einen "integrierten Konzern". Er reagierte damit indirekt auf die jüngsten Zerschlagungsfantasien, ausgelöst durch Forderungen des schwedischen Großaktionärs Cevian Capital.

Manager Heinrich Hiesinger steht heute ein turbulentes Aktionärstreffen bevor - mit handfestem Krach um die richtige Strategie.

"Die Struktur von Thyssenkrupp mit fünf Sparten, die nicht zueinander passen, und mit einem Wasserkopf an Verwaltung ist einzig ein Ergebnis der Geschichte des Konzerns". Dabei handeln wir immer auch gleichermaßen im Interesse unserer Kunden und Mitarbeiter.

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