IG Metall-Warnstreiks: Viele Beschäftigte beteiligen sich

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und eine Option auf befristete Senkung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden. Nach IG-Metall-Angaben waren in Aschaffenburg rund 65 Mitarbeiter und in Iserlohn etwa 100 Arbeiter eines Betriebs beteiligt. Schichtarbeiter, Eltern kleiner Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren - das lehnen die Arbeitgeber aber kategorisch ab. Und, um weitere Einschüchterungsversuche gleich vornherein zu entkräften: Beschäftigte, die an Warnstreiks der IG Metall teilnehmen, könnten so oder so nicht persönlich imZusammenhang mit deren Rechtmäßigkeit haftbar gemacht werden. "Aber sie wollen auch mal kürzer treten können, wenn es ihre Lebensumstände erfordern". Am Montag legten bundesweit über 15.000 Beschäftigte aus 80 Betrieben kurzzeitig die Arbeit nieder.

Beim Thema Arbeitszeit sind Gewerkschaft und Arbeitgeber auf Konfrontationskurs. Der NRW-IG-Metall-Chef Knut Giesler drohte unterdessen bereits mit einer weiteren Verschärfung der Auseinandersetzung.

Bei der Kundgebung in Schweinfurt sagte der bayerische IG-Metall-Chef Wechsler, trotz hervorragender Wirtschaftslage und satter Unternehmensgewinne wollten die Arbeitgeber die Beschäftigten "mit einer mickrigen Lohnerhöhung abspeisen", die nicht einmal die Inflation ausgleiche: "Schon das ist eine bodenlose Frechheit!" Nicht die Arbeitgeber hätten die hohen Gewinne erwirtschaftet, sondern die Beschäftigten. Die Gewerkschaft kann zu 24-Stunden-Warnstreiks aufrufen, muss aber vor regulären Streiks in einer Urabstimmung ihre Mitglieder befragen. Die Wochenarbeitszeit beträgt im Westen 35 Stunden, im Osten 38 Stunden. Dies würde zu unterschiedlichen Stundenentgelten für gleichwertige Tätigkeiten führen, erklärte der VSME, der der IG Metall bislang ein Lohnplus von zwei Prozent sowie eine Einmalzahlung von 200 Euro angeboten hat. Der Experte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sieht daher die Tarifbeschäftigten bei den Verhandlungen in einer starken Position. Am Donnerstag werden in Böblingen die Tarifverhandlungen für die mehr als 900.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg in dritter Runde fortgesetzt.

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