IWF erwartet höheres Wachstum der Weltwirtschaft

Lagarde, "Wir sollten aber nicht komplett zufrieden sein", schränkte sie ein. "Die Weltwirtschaft nimmt Fahrt auf", teilte IWF-Chefvolkswirt Maurice Obstfeld am Montag in Davos mit, wo sich Wirtschaftslenker und Politiker in dieser Woche zum Weltwirtschaftsforum treffen. Dies dürfte bis ins Jahr 2020 hineinwirken, so der IWF in seinem aktuellen Wirtschaftsausblick. Sie wird demnach in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 3,9 Prozent zulegen. Sie bestehen aus Mitteln in Fremdwährungen, den Sonderziehungsrechten (SZR) beim Internationalen Währungsfonds (IWF), der Reserveposition beim IWF und aus Währungsgold.

Sowohl die Inlandsnachfrage als auch die Nachfrage aus dem Ausland hätten zugenommen, stellte IWF für die Eurozone insgesamt fest. Leicht besorgt zeigten sie sich für Spanien vor dem Hintergrund der Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens.

Ein weiterer wichtiger Faktor sei zudem die jüngst durchgesetzte US-Steuerreform, der die Experten einen - zumindest vorübergehenden - Effekt auf die USA und ihre Handelspartner zuschreiben. Der Impuls für die USA werde auf die großen Handelspartner - wie Deutschland - ausstrahlen.

Nach 2022 dürfte sich dies aber ändern.

Für Deutschland hob der IWF seine Prognosen kräftig an um je einen halben Punkt auf 2,3 Prozent in diesem und 2,0 Prozent im nächsten Jahr.

Trump reklamiert den aktuellen Aufschwung und die Rekorde an den Börsen für sich, obwohl die Wirtschaftsdaten auch schon unter seinem Vorgänger Barack Obama gut waren. Dabei habe auch die lockere Geldpolitik vieler Notenbanken eine Rolle gespielt. Die Europäische Zentralbank habe deutlich gemacht, dass für sie eine Änderung der Nullzinsen noch in ferner Zukunft liege. Auch das Weltwirtschaftsforum selbst betonte am Montag, Wirtschaftswachstum sei kein Selbstzweck, sondern die Menschen müssten davon auf breiter Front profitieren. Auch für 2019 gibt sich der IWF zuversichtlicher und rechnet nun mit einem Plus in Deutschland von 2,0 Prozent.

Als Gründe für die größere Zuversicht nennt der IWF zum einen die robuste Weltkonjunktur, zum anderen die Steuerreform in den USA. Das sind jeweils 0,1 Prozentpunkte mehr als noch im Herbst. Hier wird 2018 weiterhin mit 1,5 Prozent Wachstum gerechnet. Für Großbritannien hat der Fonds die Wachstumsprognose 2019 auf 1,5 Prozent gesenkt.

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