Kaum Fortschritte beim Frauenanteil in Vorständen

Das ist ein Ergebnis des "Managerinnen-Barometers" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Ein Frauenanteil von unter zehn Prozent in den Vorständen der großen deutschen Banken sei "nicht hinnehmbar", sagte Barley dem Handelsblatt.

Familienministerin Katarina Barley hat der Wirtschaft mit einer Frauenquote für Unternehmensvorstände gedroht. Sie fordert nun für die operativen Führungsebenen, also Vorstand und zumindest die beiden darunterliegenden Ebenen, eine Zielgröße von jeweils mindestens 30 Prozent Frauen. Dort wo selbstgesetzte Zielgrößen nicht wirkten, brauche man klare Regelungen.

Für Vorstände gilt anders als für Aufsichtsräte nicht die Geschlechterquote von 30 Prozent. "Die Quote greift", sagt Elke Holst, Forschungsdirektorin für Gender Studies am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Beschäftigten seien zwar zu mehr als der Hälfte weiblich. "Ansonsten wird sich in von Männern dominierten Führungsetagen nichts ändern", sagte die Familienministerin dem Handelsblatt.

Offen ist jedoch, wie Barley ihre Pläne realisieren will.

In ihrem Wahlprogramm hatte die SPD eine feste Quote von 50 Prozent für Führungsgremien anvisiert. Eine Regierungsbeteiligung der SPD ist trotz der laufenden Sondierungsgespräche noch nicht sicher. Sollte dieses Tempo beibehalten werden, würden bis zur gleichen Repräsentation der Geschlechter 70 Jahre vergehen, so das DIW. Grüne und Frauenverbände signalisierten bereits Unterstützung für eine Gesetzesverschärfung.

"Geht die Große Koalition diesen Weg von mehr Quoten und bürokratischen Vorschriften, engen wir die qualitative Personalauswahl nur noch weiter ein", sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, dem Handelsblatt.

Die DIW-Forscherin Holst hat zusammen mit Katharina Wrohlich die Entwicklung des Frauenanteils in 500 deutschen Unternehmen analysiert. Bei den 60 größten Versicherungen sei die Dynamik zum Erliegen gekommen: In beiden Gremien sei der Frauenanteil zurückgegangen, und zwar auf gut 9 beziehungsweise knapp 22 Prozent.

Die Quotenpflicht besteht derzeit für über 100 Unternehmen. Für die Vorstände gibt es bislang keine verbindliche Quotenregelung.

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