Macht der Videobeweis die Bundesliga gerechter?

Frankfurt. Die Bundesliga startet wieder, doch nicht nur die Stars stehen dann wieder im Blickpunkt - sondern auch die Schiedsrichter. Sie und der in dieser Saison neu eingeführte Video-Assistent waren in der Hinrunde ein beständiges Aufreger-Thema, das auch in der Winterpause nicht ruhte. "In der Umsetzung und in der Kommunikation ist sicher nicht alles gut gelaufen", sagt Borussia Mönchengladbachs Borussia Mönchengladbachs Sportchef Max Eberl und gibt damit den Tenor vieler Verantwortlicher bei den Klubs wider.

"Wir sind absolut davon überzeugt, dass der Videobeweis das Spiel gerechter macht", analysierte Ansgar Schwenken, Direktor für Fußball-Angelegenheiten und Fans bei der Deutschen Fußball Liga (DFL). Die Analyse ergab nun: In 37 Fällen verhinderte der Videobeweis eine Schiedsrichter-Fehlentscheidung.

Ganz konkret wurden in den 153 Spielen der Bundesliga-Hinrunde 1041 Schiedsrichter-Entscheide überprüft. In 50 Fällen empfahl der Videoassistent dem Schiedsrichter auf dem Platz, seine Entscheidung zu korrigieren. Die 50 Handlungsempfehlungen bedeuten einen Schnitt von 0,3 Situationen pro Spiel. "Wenn er auch nur leise Zweifel hat, darf er nicht mit dem Video-Beweis agieren", sagt Lutz Michael Fröhlich, Sportlicher Leiter der Elite-Schiedsrichter, der bei seiner Gefolgschaft vor der Rückrunde "eine viel größere Sicherheit" im Umgang mit der Technik festgestellt haben will als bisher. "Das Glas ist aus unserer Sicht zu drei Vierteln v".

Was den aber sicherlich nicht aufhalten wird. Im März wird entschieden, ob der Videobeweis auch bei der WM angewendet wird.

Die Entscheidung trifft das International Football Association Board IFAB. "Im Grundsatz finde ich den Videobeweis gut, aber er muss anders gehandhabt werden", sagte Heynckes.

Nachdem Fröhlich ein positives Hinrundenfazit des Videobeweises zog, ist er überzeugt, dass die Technik auch bei der WM zum Einsatz kommt.

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