Mehrheit der SPD-Wähler für große Koalition

Berlin - Die Deutschen nehmen die SPD laut einer Umfrage überwiegend als Verliererin der Sondierungsgespräche mit der Union wahr.

Zumindest bei den Wählern macht die Partei mit ihrem Kurs aber wenig Punkte. 38 Prozent antworteten "schlechter", weitere 33 Prozent "eher schlechter". Die Union kommt in der Sonntagsfrage auf 34 Prozent und legt damit gegenüber der Bundestagswahl 1,1 Prozentpunkt zu. 40 Prozent der SPD-Wähler waren dagegen der Meinung, das Ergebnis der Partei könnte "besser" oder "eher besser" ausfallen. 18 Prozent sind für eine Minderheitsregierung von Union und Grünen, 32 Prozent für Neuwahlen, neun Prozent unentschlossen. Bei der Bundestagswahl kamen die Grünen auf 8,9 Prozent, die Linke auf 9,2 Prozent und die AfD auf 12,6 Prozent. Sollte es zu Neuwahlen kommen, wollen acht Prozent der SPD-Wähler vom vergangenen September nicht mehr für die Sozialdemokraten stimmen.

Wie sehen Sie eine mögliche Neuauflage der großen Koalition? "Für mich steht außer Frage: Die Partei muss sich erneuern", sagte sie dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Das nicht repräsentative Ergebnis lautet: besser nicht. 30 Prozent machen keine Angaben. Am Sonntag stimmt ein SPD-Parteitag darüber ab, ob auf der Grundlage des Sondierungspapiers Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden sollen.

Das Sondierungsergebnis unterstreiche die generellen Bedenken gegen eine Neuauflage von Schwarz-Rot, sagte Kühnert in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Trotz der konträren Ansichten in der SPD drohe der Partei aber kein Auseinanderbrechen.

"Interessantes Stimmungsbild", kommentiert SPD-Landeschefin Manuela Schwesig. In einem Rundschreiben per Mail, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, erklärt er, die Entscheidung beim Bundesparteitag am Sonntag in Bonn sei "von enormer Bedeutung für die Zukunft in Deutschland (.), in ganz Europa - und für die SPD". "Eine überzeugte Mehrheit wird Ja zu Koalitionsverhandlungen sagen", sagte Groschek der "Welt" (Samstagsausgabe). Allerdings seien nur zwölf Prozent der Abwanderer gegen eine große Koalition.

Auch im "Spiegel" warnte Schulz vor einer Absage an Koalitionsgespräche. Sollte es tatsächlich Koalitionsverhandlungen geben und ein Ergebnispapier, würde darüber noch die SPD-Basis abstimmen.

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