Mordprozess nach Messerattacke in Hamburger Supermarkt

Doch zum Motiv sagt auch der Anwalt am ersten Prozesstag wenig, außer dem Hinweis auf den "religiösen Hintergrund".

Im Prozess um einen islamistisch motivierten Messerangriff in Hamburg im Juli vergangenen Jahres hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. "Er bekennt sich in allen Anklagepunkten ausdrücklich schuldig", erklärte der Anwalt. "Die Tat hatte aus seiner Sicht einen religiösen Hintergrund, der zum Zeitpunkt der Tat für ihn eine grundsätzliche Bedeutung hatte", sagte Burchard weiter.

Blumen und Kerzen liegen am 30. Juli 2017 vor dem Supermarkt in Hamburg-Barmbek
Blumen und Kerzen liegen am 30. Juli 2017 vor dem Supermarkt in Hamburg-Barmbek

Die Anklage hält den Palästinenser für voll schuldfähig und wirft Ahmad A. Mord sowie versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung in sechs Fällen vor. Auch zu seinen Aussagen in den ersten Vernehmungen wollte er nichts sagen.

Auch Fragen des Vorsitzenden Richters zum Alkohol- und Drogenkonsum, seiner Einstellung zur Religion und zu einer bei ihm gefundenen, selbstgebastelten Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat lässt der 26-Jährige unbeantwortet. "Ich hatte den Eindruck, dass ich nicht mitgekommen bin", erklärte er laut Dolmetscher, der aus dem Arabischen übersetzte. Nach dem grausigen Verbrechen war Ahmad A. von Passanten verfolgt, überwältigt und dabei selbst verletzt worden. Ihm sei es darum gegangen, so viele deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens wie möglich zu ermorden. Die Terrorgruppe hat sich aber nicht zu der Messerattacke bekannt. Ein Vertreter der Anklagebehörde erklärte dazu: "Er fällte diesen Entschluss als Beitrag für den weltweiten Dschihad". Demnach hatte er angefangen, Zahnmedizin zu studieren, aber dann abgebrochen. Geboren ist der Palästinenser in Saudi-Arabien, seine Mutter war Lehrerin.

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