Niederlande wachsen auf Kosten des schrumpfenden Belgien

Damit wird der seit mehr als 160 Jahren geltende Grenzverlauf korrigiert. Jänner in Kraft getretene Grenzkorrektur lässt Belgien schrumpfen und die Niederlande größer werden.

Dadurch werden zwei im Fluss Maas gelegene Halbinseln mit einer Größe von etwa 23 Fußballfeldern (16,37 Hektar) niederländisches Territorium. Das entspricht in etwa der elffachen Fläche des Pariser Platzes vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Belgien bekommt im Gegenzug nur eine kleine Halbinsel (3,09 Hektar). Vor einigen Jahrzehnten war es hier durch den Bau von Kanälen und die Begradigung der Maas zu Grenzverschiebungen gekommen, die zur Folge hatten, dass belgisches Gelände auf dem Landweg nur über niederländischen Grund erreichbar war. So konnte Belgien die zu seinem Territorium gehörenden Halbinseln de l'Ilal und d'Eijsden seitdem nur noch auf dem Wasserweg erreichen.

Auslöser für den Tausch war die wachsende Zahl von Drogenschmugglern, die sich in dem Gebiet die quasi gesetzesfreie Situation zu Nutze machten.

Der Grenzverlauf war zuletzt 1843 festgelegt worden. Ende November 2016 wurde er dann bei einem Staatsbesuch des belgischen Königs Philippe in den Niederlanden von den Außenministern beider Länder unterzeichnet. Jahrelang hatte beide Länder einen Vertrag zur Grenzverschiebung vorbereitet. Bevor er in Kraft treten konnte, musste noch das belgische Parlament zustimmen.

Diese Nachricht wurde am 02.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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