Osmanen Germania: Verbindungen zwischen Rockerklub und Ankara aufgedeckt

Düsseldorf. Gang "Osmanen Germania" soll eng mit der türkischen Regierung kooperieren.

Sicherheitsexperten wie Sebastian Fiedler, NRW-Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, halten die Aktivitäten für "hochbrisant".

Die Rockergruppe Osmanen Germania steht laut dem Innenministerium von Nordrhein-Westfalen (NRW) in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP, türkischen Justiz und zum Umfeld des Staatspräsidenten. Die "rockerähnliche Gruppierung mit türkisch-nationalistischen, im Internet teils rechtsextremistischen Positionen" pflege Kontakte zum "Erdogan-Regime im weitesten Sinne", sagte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage. Nach Angaben des NRW-Verfassungsschutzes hat es auch direkte Kontakte zur AKP und zur türkischen Justiz gegeben.

Der Umgang zwischen Deutschen und in Deutschland lebenden Türkeistämmigen hat sich laut einer repräsentativen Umfrage verschlechtert. Wegen Verdachts auf Geldwäsche, Drogen- und Waffendelikten war die Polizei auch in NRW gegen die Gruppe vorgegangen. Vor allem der Lobbyverband Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) mit Hauptsitz in Köln habe bei Veranstaltungen immer wieder Mitglieder des 2015 gegründeten Boxclubs als Ordner eingesetzt. Das bestätigte das Landesinnenministerium dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe). Er betonte: "Die UETD wird juristische Schritte dagegen unternehmen. Wir haben uns nichts vorzuwerfen".

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