Polizei sieht Zusammenhang zu DHL-Erpresser

Ein Umschlag mit verdächtigen Drähten taucht in einer Bank im Süden Berlins auf. Die Versandtasche mit einer Zündvorrichtung und vermutlich Schwarzpulver aus Feuerwerkskörpern war am Freitag in einer Bankfiliale aufgetaucht. Hat der unheimliche DHL-Erpresser vom Potsdamer Weihnachtsmarkt wieder zugeschlagen?

Ein Sprengstoff-Päckchen, das am Freitagvormittag in Berlin per Post in einer Bank zugestellt wurde, stammt von dem Serien-Täter. Als Mitarbeiter das Päckchen öffneten, ragten Drähte heraus. Nach dpa-Informationen ähnelt der Fund den Paketbomben des DHL-Erpressers. Es gebe bauartbedingte Ähnlichkeiten zu den Bomben, die in den vergangenen Monaten in Potsdam und Frankfurt (Oder) gefunden worden waren, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Abend. Er betonte: "Dieser Brief und der Inhalt hätte Menschen verletzen können". Die Brandenburger Polizei geht von einem Zusammenhang mit den Briefbomben in Potsdam und Frankfurt/Oder aus.

Die Brandenburger Polizei ist sich sicher: Der Täter ist in allen Fällen der DHL-Erpresser!

Einzelheiten wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt. "Einen Sachzusammenhang mit der DHL-Erpressung in Brandenburg können wir bestätigen", schrieb die Berliner Polizei auf Twitter. Die Brandenburger Polizei ist federführend bei den Ermittlungen.

Bombenalarm auf der Steglitzer Schloßstraße: Um 11.37 Uhr hatte ein Postbote einen etwa Din-A-4 großen Umschlag in einer Filiale der Commerzbank abgegeben. Mehrere Buslinien wurden umgeleitet.

Einem Entschärfer in Spezialkleidung gelang es schließlich, die Zündvorrichtung zu entfernen. Die Rede war von "pyrotechnischem Material", das zwar explosionsfähig sei, aber nicht so gefährlich und hochexplosiv wie Plastiksprengstoff oder Dynamit. Um zu klären, ob die vermeintliche Briefbombe sprengfähig war, müssten Pulver und Zündvorrichtung jetzt noch genauer untersucht werden, sagte ein Polizeisprecherin. Die Kriminalpolizei untersuchte, ob sich Fingerabdrücke oder DNA-Spuren finden lassen, um den Absender zu identifizieren. Der Umschlag wurde nach Angaben der Polizei zum Sprengplatz Grunewald gebracht. In der Sendung entdeckten die Ermittler neben einem sogenannten Polenböller, Batterien und einer Metalldose voller Nägel einen mit einem QR-Code verschlüsselten Erpresserbrief.

Außerdem kam heraus: Bereits am 6. November war ein Paket beim Online-Elektronik-Handel "Elektronik GmbH" an der Georg-Simon-Ohm-Straße in Frankfurt (Oder) aus der Sortieranlage gescannt wurde, weil es verdächtig erschien. Damit sollten von DHL mehrere Millionen Euro erpresst werden.

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