Schüsse auf Ex-Pauli-Spieler Deniz Naki: Anwalt kritisiert deutsche Behörden

Düren. Nach den nächtlichen Schüssen auf den deutsch-türkischen Fußballprofi Deniz Naki steht der 28-Jährige nun unter Polizeischutz. Wie der Anwalt der Zeitung "Die Welt" sagte, befinde sich Naki "im Haus eines Freundes in Deutschland". Aber er habe Angst um sein Leben. In der Nacht zu Montag war Naki, der früher für den FC St.

In der Türkei gilt Naki manchen als Staatsfeind, weil er öffentlich die türkische Regierungspolitik von Präsident Recep Tayyip Erdogan (63) kritisiert und sich für die Kurden einsetzt. Naki steht dort beim Drittligisten Amed SK in der Kurdenmetropole Diyarbakir unter Vertrag.

Sicherheitsbehörden schützen das prominente Opfer, wie es auch aus entsprechenden Kreisen hieß.

Weder von der Polizei Aachen noch von der zuständigen Staatsanwaltschaft war es am Dienstagabend möglich, eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu bekommen. Gegen Unbekannt, wegen versuchter Tötung. "Wir ermitteln weiter in alle Richtungen". Viele Spuren, etwa am beschädigten Auto, würden ausgewertet. Ein Gericht verurteilte ihn 2017 wegen "Terrorpropaganda" für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu einer rund 18-monatigen Bewährungsstrafe.

Hintergrund: Äußerungen auf Twitter und Facebook, in denen er das Vorgehen des türkischen Militärs im kurdisch geprägten Südosten anprangerte. "Er hat entschieden, mit seiner Familie wieder in die Türkei zurückzukehren", sagt Mizrak. Naki wurde bei diesem Vorfall nicht verletzt. Er selbst habe auch Morddrohungen aus Deutschland erhalten. Aufforderungen Erdogans, "Regierungsfeinde" zu melden, stoßen dem CDU-Minister zufolge in "türkisch-nationalistischen Vereinen" auf Gehör.

Wer die Schüsse auf Naki abgegeben hat, ist noch völlig unklar.

Ausgabe: