Trump sagte Reise zur Eröffnung von Londoner US-Botschaft ab

US-Präsident Donald Trump hat die seit Monaten für Februar 2018 geplante Reise nach London abgesagt.

Er sei kein grosser Fan von der unter seinem Amtsvorgänger Barack Obama getroffenen Entscheidung, den bisherigen Sitz in bester Lage für "Peanuts" zu verkaufen und eine neue Botschaft für 1,2 Milliarden Dollar (etwa 1,16 Milliarden Franken) an einem abseitigen Standort zu bauen, twitterte Trump in der Nacht zum Freitag (Ortszeit). "Schlechter Deal. Wollten, dass ich Band durchschneide - NEIN!", fügte er hinzu. "Er hat die Botschaft verstanden", teilte Londons Bürgermeister Sadiq Khan von der oppositionellen Labour Party am Freitag triumphierend mit.

Der ehemalige Chef der rechtspopulistischen UKIP-Partei, Nigel Farage, der Trump nach dessen Wahlsieg besucht hatte, nannte dessen Absage "enttäuschend".

Trump war auch ein offizieller Staatsbesuch in Großbritannien angeboten worden, ein Datum dafür wurde bisher aber nicht genannt. Denn obwohl Premierministerin Theresa May vor einem Jahr bei ihrem Antrittsbesuch im Weißen Haus eine Einladung Trumps durch Queen Elizabeth ausgesprochen hatte, wird der US-Präsident nicht mit offenen Armen empfangen werden. Dies stieß auf heftigen Protest in Großbritannien; Massendemonstrationen werden erwartet.

Nicht nur Experten, sondern auch die britischen Medien vermuten einen ganz anderen Grund: Trump hat keine Lust, nach England zu kommen – und sich (vermutlich) anfeinden zu lassen! Auch ein gemeinsames Dinner ist geplant. Die Regierung lehnt das ab. Nach seiner Absage soll nun US-Außenminister Rex Tillerson die Botschaftseinweihung übernehmen. Jänner aufnehmen, die offizielle Eröffnung findet später statt.

Das neue futuristische Botschaftsgebäude ist ein Entwurf des Architektenbüros KieranTimberlake aus Philadelphia. Noch im Dezember hatte US-Botschafter Woody Johnson zu Trumps geplantem Besuch gesagt: "Ich denke, er wird sehr beeindruckt von diesem Gebäude sein". Selbst um die Golfplätze des US-Präsidenten im Vereinigten Königreich gibt es Ärger.

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