WHO will weniger Bier-Werbung dpa, 30.12.2017 09:24 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Adipositas oder Fettleibigkeit zu einer der gefährlichsten Epidemien der Neuzeit erklärt.

In vielen Staaten, so auch in Deutschland und Österreich, hat die Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen große Ausmaße angenommen. Auch viele Kinder und Jugendlich sind viel zu dick. Nach Auffassung einer Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) muss das Problem rigoroser bekämpft werden.

Vor allem die Werbung für Süßwaren, Junk-Food oder Bier müsse stärker reguliert werden, verlangte die Ernährungswissenschaftlerin der WHO, Willumsen. Zudem sollten auch bei der Stadtplanung Laufen Fahrradfahren und sportliche Freizeitbeschäftigung gefördert werden. Der Softdrink-Konsum hingegen steige nach einem Rückgang inzwischen wieder.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch meint ebenfalls, dass die Lebensmittelindustrie eine Mitverantwortung für Übergewicht und Fehlernährung bei Kindern trägt, da sie fast ausschließlich unausgewogene Produkte für Kinder vermarkte, etwa Süßigkeiten oder salzig-fettige Snacks.

"Damit muss Schluss sein", so Foodwatch-Sprecher Andreas Winkler laut Deutscher Presse Agentur. Die Politik müsse endlich handeln.

Nach der von der WHO genutzten Statistik des Wissenschafter-Netzwerks NCD-RisC waren 2016 in Deutschland 6,9 Prozent der Mädchen und 11,2 Prozent der Buben und Burschen zwischen fünf und 19 Jahren fettleibig. Ab welchem Gewicht ein Kind als fettleibig gilt, wird weltweit einheitlich berechnet. Bei den Jungen lag der Wert bei gut 11 Prozent.

Zur Effizienz freiwilliger Selbstkontrollen legten vorläufige Ergebnisse zahlreicher Studien vor allem eines nahe, wie Willumsen sagte: "Es funktioniert nicht". Häufig verpflichteten sich Hersteller von Süßwaren und -getränken und anderem Junkfood lediglich zu sehr begrenzten Einschränkungen.

Dann werde beispielsweise auf Werbung in Zeichentricksendungen oder Programmen nur für unter Fünfjährige verzichtet. "Junge Leute sind aber bis 16 sehr anfällig für Werbung, und die sehen auch andere Programme", meinte die Expertin.

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