Zwei Tote bei Protesten im Iran - Regime kündigt Konsequenzen an

Es gebe aber Hinweise darauf, dass "Feinde der Revolution", Angehörige des "Islamischen Staats" (IS) und "ausländische Agenten" an den Zusammenstößen beteiligt waren. Am Samstag griffen die Proteste, die zuvor in mindestens neun iranischen Städten stattgefunden hatten, auf die Hauptstadt Teheran über. Nach zunächst nicht überprüfbaren Angaben zeigten die Videos Proteste in den Städten Chorramabad, Sandschan oder Ahwas.

Die Proteste richteten sich zunächst gegen die hohen Preise und die Arbeitslosigkeit im Lande. In der Hauptstadt Teheran hatten Mobiltelefone keine Internetverbindung mehr, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

"Die Menschen protestieren, weil [sie] unter wirtschaftlichem Druck stehen und die Regierung angesichts der steigenden Inflation und dieser wirtschaftlichen Härten reagieren muss", sagte der Demonstrant Mostafa Kiaie, berichtete die Agentur AFP.

Nach den Worten von Innenminster Abdulresa Rahmani Fasli sind das keine Proteste mehr, sondern ein Aufstand gegen das eigene Volk.

Der Staat werde gegen "die Verbreitung von Gewalt, Angst und Terror" vorgehen. Falls die Menschen Forderungen hätten, gebe es legale Kanäle, die zu beantragen. In einem Bericht auf einer Internetseite des Staatsfernsehen hieß es, nationale Medien hätten auf Anweisung von Sicherheitskräften zuvor nicht über die Proteste berichtet. "Das iranische Volk wird diese wertlosen und opportunistischen Bemerkungen der Amerikaner nicht beachten", sagte Aussenamtssprecher Bahram Ghassemi. Innenminister Fazli ermahnte die Iraner, nicht an den Protesten teilzunehmen. Das Innenministerium sei aber bereit, Anträge zu friedlichen Demonstrationen zu prüfen, sagte er.

Iran Zwei Tote bei regierungskritischen Protesten- Behörden beschuldigen den IS
Proteste am Samstag auch in Teheran

Gleichzeitig gab es in Teheran und anderen Städten staatlich organisierte Demonstrationen gegen die regimekritischen Versammlungen, an denen, Medienangaben zufolge, landesweit Tausende teilnahmen.

In sozialen Netzwerken wurden Videos verbreitet, die auf Protestkundgebungen aufgenommen worden sein sollen.

Die meisten Videos kommen über das Nachrichtenportal Amad-News und werden auf der Messaging-App Telegram gepostet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars riefen Dutzende Demonstranten vor der Teheraner Universität "Tod den Taliban" und verglichen damit das iranische Establishment mit den radikalen Islamisten in Afghanistan. Das iranische Telekommunikationsministerium forderte Telegram daher auf, das Konto des Portals zu blockieren. Daraufhin wurde das Portal dann auch blockiert.

Angesichts andauernder Proteste im Iran hat der iranische Innenminister ein entschiedenes Vorgehen angekündigt. Am Sonntag lief das Internet jedoch wieder normal. Zugleich verurteilte es die Medien und "konterrevolutionäre" Gruppen im Ausland, die versuchten, die Proteste zu instrumentalisieren. Über die regimekritischen Versammlungen gab es in den Medien kaum Berichte, dafür aber in den sozialen Medien. "Wir rufen alle Nationen dazu auf, das iranische Volk und seine Forderungen nach Grundrechten und einem Ende der Korruption öffentlich zu unterstützen", erklärte das Ministerium in Washington.

US-Präsident Trump stärkte den Demonstranten im Iran den Rücken.

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