Absturz in Moskau - Flugschreiber ausgewertet

Eine vorläufige Analyse der Flugschreiber habe ergeben, dass die Piloten möglicherweise falsche Angaben zur Geschwindigkeit erhielten, teilte die Flugaufsicht in Moskau mit. Laut Nachrichtenagentur AP könnte ein Pilotenfehler zum Vereisen der Instrumente geführt haben.

Die Heizung für die Messgeräte sei von der Crew nicht angestellt gewesen, hieß es.

Überstaatliche Luftfahrtkomitee MAK machte keine Angaben, ob die Instrumentenheizung automatisch oder manuell eingeschaltet wird und ob die Piloten den Fehler hätten bemerken müssen.

Die Ermittler beriefen sich am Dienstag auf eine Auswertung der beiden Flugschreiber der An-148 der russischen Saratov Airlines, die kurz nach dem Start vom Moskauer Flughafen Domodjedowo von den Radarschirmen verschwunden war. Auch die sechs Crewmitglieder starben.

Das Unglück ereignete sich im Bezirk Ramenskoje südöstlich von Moskau.

Das Flugzeug war unterwegs in die Stadt Orsk nahe der Grenze zu Kasachstan, rund 1500 Kilometer von Moskau entfernt.

Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Trümmerteilen, die über weite Strecken im tiefen Schnee auf einer Ebene verteilt sind.

Rund 900 Einsatzkräfte waren zu Wochenbeginn an der Unglücksstelle damit beschäftigt, die Wrackteile nach Hinweisen zur Absturzursache zu durchsuchen und die sterblichen Überreste der Passagiere zu bergen.

"Bislang sind 1580 Teile gesichtet worden, darunter die Triebwerke der Maschine", sagte ein Sprecher des regionalen Katastrophenschutzes der Agentur Interfax. Video-Drohnen wurden eingesetzt, um die Suche zu unterstützen.

Insgesamt gab es in Russland seit 2010 Tass zufolge zehn schwere Unglücke ziviler Verkehrsmaschinen mit zusammen mehr als 420 Todesopfern.

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