Antidepressiva effektiver als Placebo

Weltweit leiden über 322 Millionen Menschen an Depressionen.

Schwere depressive Störungen gehören zu den häufigsten und belastendsten psychischen Erkrankungen bei Erwachsenen weltweit. Antidepressiva werden allerdings häufiger eingesetzt als etwa Verhaltenstherapien. Während die Wirksamkeit verschiedener Antidepressiva in klinischen Studien bereits verglichen wurde, fehlte bisher ein Überblick über die am häufigsten verwendeten Medikamente und deren Nebenwirkungen. Insgesamt wurden die Daten von 522 klinischen Studien zusammengetragen und analysiert. Die Meta-Analyse wurde in der Fachzeitschrift "The Lancet" publiziert, wie die Universität Bern am Donnerstag mitteilte.

Die Studien enthalten die Daten von 116.477 Patienten, die zwischen 1979 und 2016 behandelt wurden.

Die Untersuchung zeigt, dass eines der ältesten Antidepressiva, nämlich Amitriptylin, am besten wirkt. Sie unterscheiden sich aber in der Wirksamkeit und Verträglichkeit. So wirken einige Arzneien besser, während sie gleichzeitig seltener wegen unerwünschter Nebenwirkungen von den Patienten abgesetzt werden.

"Antidepressiva sind leicht bis moderat der Behandlung mit einem Scheinmedikament - einem Placebo - überlegen". Neuentwicklungen sind also nicht automatisch die besseren Medikamente, wie die Forscher betonen. Allerdings ist Amitriptylin auch deutlich schlechter verträglich als neuere Substanzen. Ihre Ergebnisse sollen Ärzten bessere Behandlungsentscheide ermöglichen.

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