Barack Obama und Michelle Obama: Porträts in der National Portrait Gallery enthüllt

Mehr als ein Jahr nach dem Amtszeitende des 44. US-Präsidenten erweitert die National Portrait Gallery eine ihrer einzigartigen Sammlungen um Porträts von Barack Obama und seiner Frau Michelle. Das Bild seiner Frau begeistert ihn besonders.

Michelle Obama - gezeichnet von Künstlerin Amy Sherald, 2018. "Ziemlich scharf", war die erste Reaktion Barack Obamas. Es dürfte ihn nicht sonderlich überrascht haben, als ein lautes, beinahe euphorisches Echo aus dem Saal zurück tönte: "Wir vermissen dich auch!" Und Barack war zu Scherzen aufgelegt.

David Skorton, der Geschäftsführer der staatlichen Museen in Washington, erinnerte nicht umsonst an die "Umarmung, die im ganzen Land gespürt wurde".

Michelle Obama sagte, sie sei "überwältigt, ehrfürchtig, stolz und dankbar" mit einem Portrait geehrt zu werden. Das Bild ging um die Welt.

Die damalige US-First Lady Michelle Obama umarmt den früheren US-Präsidenten George W. Bush bei einer Museumseröffnung für Afrikanisch-Amerikanische Geschichte am 24.09.2016 in Washington, Links die ehemalige US-First Lady Barbara Bush, rechts der damalige US-Präsident Barack Obama.

Ein Jahr nach den Obamas scheint den Amerikanern so etwas zu fehlen. Donald Trumps Lächeln wirkt oft künstlich, seine seltenen Scherze bemüht.

Jedes Lob, das die Laudatoren Obama zuteil werden ließ, schien wie eine Ohrfeige für seinen Nachfolger. Mehr passionierte Gleichberechtigungspolitik geht nicht, mehr Botschaft an Amtsinhaber Trump, der Länder mit schwarzer Bevölkerungsmehrheit als "Dreckslöcher" bezeichnet haben soll, passt nicht zwischen die Zeilen.

Barack Obama wählte für sein Porträt mit dem 40-jährigen Wiley auf Vorschlag der Galerie erstmals einen afroamerikanischen Künstler für ein Präsidentenporträt aus. Wiley, ein sehr bekannter US-amerikanischer Künstler, ist ein Kenner der Kunstgeschichte, Liebhaber pompöser historischer Inszenierungen, gleichzeitig auch ein Spieler mit der Popkultur: Er porträtierte auch schon Micheal Jackson, The Notorious B.I.G. oder LL Cool J. Sherald ist ein Rising Star der Kunstszene; ihre Porträts setzen sich häufig mit gesellschaftlichen Reflexionen und Erwartungen auseinander. Schließlich sei er im Vergleich zu seiner Frau nicht so ein "einnehmender Typ".

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