Berliner Stiftung bekommt Nachlass von Leni Riefenstahl

Der Nachlass umfasst umfangreiche Fotografie- und Filmbestände, Manuskripte, Briefe, Akten und Dokumente. Möglich ist das, weil Riefenstahls Alleinerbin den kompletten Nachlass der Regisseurin an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin übergeben hat.

Der Inhalt der 700 Kisten soll jetzt von der Stiftung und der Deutschen Kinemathek aufgearbeitet werden.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz spricht von einer besonderen Verantwortung für die kritische Auseinandersetzung mit Riefenstahls Nachlass, sieht aber auch ein "bahnbrechendes ästhetisches Werk", das nicht nur aufbewahrt, sondern auch öffentlich gezeigt werden soll. Die Filmregisseurin und Fotografin drehte unter anderem die Filme "Triumph des Willens" und "Olympia". Darin inszenierte sie Sportler als heroische Übermenschen und spielte so der Propaganda der Nationalsozialisten in die Hände.

Leni Riefenstahl kurz vor ihrem Tod Sie zeigt ihre Sammlung von Filmrollen in ihrer See Villa in Bayern
Leni Riefenstahl kurz vor ihrem Tod Sie zeigt ihre Sammlung von Filmrollen in ihrer See Villa in Bayern

Leni Riefenstahl wurde 1902 in Berlin geboren.

Sie selbst hat sich immer als politisch naive Film- und Fotokünstlerin verstanden und doch geriet sie, darin ähnlich dem Theatermann Gustaf Gründgens und dem Bildhauer Arno Breker, in den Strudel von Kunst und Politik.Gleichwohl galt Riefenstahl zu Lebzeiten als kreative und innovative Bilderfinderin. Die Kontroverse über ihre Person freilich hielt an. Es handele sich um eine Schenkung von Riefenstahls ehemaliger Sekretärin Gisela Jahn. Jahn hat die Materialien den Informationen zufolge von Riefenstahls 40 Jahre jüngerem Ehemann Horst Kettner nach dessen Tod im Jahr 2016 erhalten.

Der Nachlass soll an verschiedenen Orten aufbewahrt werden: Während der fotografische Bestand im Museum für Fotografie am Bahnhof Zoo untergebracht werden soll, plant die Stiftung, den Schriftenbestand mit Korrespondenzen, Tagebüchern und Manuskripten von der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin betreuen zu lassen.

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