Gesundheitsausgaben gestiegen Mehr als 1 Milliarde Euro pro Tag

Für das Jahr 2017 geht das Statistische Bundesamt vom einem Anstieg der Gesamtausgaben gegenüber 2016 um 4,9 Prozent auf 374,2 Milliarden Euro aus, wie es in einer am Donnerstag in Wiesbaden veröffentlichten Prognose hieß.

Dass die Steigerung von 2016 auf 2017 so hoch ausfiel, lag laut Statistischem Bundesamt daran, dass im vorigen Jahr das dritte Pflegestärkungsgesetz in Kraft trat. Von 2015 zu 2016 hatten sie sich um 3,8 % auf 356,5 Milliarden Euro oder 4330 Euro je Einwohner erhöht, wie aus einem aktuellen Bericht hervorgeht. Die Summe entspricht einem Anteil von 11,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland kostet erstmals mehr als eine Milliarde Euro am Tag. Gesundheitskosten werden in Deutschland hauptsächlich durch die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber gedeckt sowie durch staatliche Transfers. Die Zahlen zur Finanzierung der laufenden Gesundheitsausgaben entstammen der neu entwickelten Finanzierungsrechnung, die ab sofort die Gesundheitsausgabenrechnung ergänzt und den Nutzerinnen und Nutzern eine zusätzliche Analysemöglichkeit zu den finanziellen Aspekten des Gesundheitssystems bietet.

Die Finanzierungsrechnung ermöglicht die Entwicklungen des Gesundheitssystems nachzuvollziehen. So sei dadurch beispielsweise ein stärkerer Anstieg der sonstigen Finanzierung durch Privathaushalte im Jahr der Einführung der Praxisgebühr 2004 ebenso zu beobachten wie ein Rückgang im Jahr ihrer Abschaffung 2013. Das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung führte unter anderem die Krankenversicherungspflicht im Jahr 2009 ein.

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