Juden und Muslime fast zehnmal häufiger Opfer von Attacken als Christen

Das ergibt sich aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion.

Laut einem Medienbericht gab es 2017 mehr Angriffe auf Juden und Muslime, als auf Christen.

Demnach wurden 2017 im Rahmen des Kriminalpolizeilichen Meldedienstes 1.495 politisch motivierte Straftaten mit antisemitischem Hintergrund erfasst, 1.069 mit islamfeindlichem Hintergrund und 127 mit christenfeindlichem Hintergrund. Die Zahlen seien aber noch nicht endgültig. Nach Änderungs- und Abschlussmeldungen der Polizeibehörden könnten sie korrigiert werden. Abschließende Zahlen werden erst im Laufe des Jahres veröffentlicht. Die Zahl der Übergriffe auf Christen war vor etwa zwei Wochen durch einen Zeitungsbericht bekannt geworden und hatte ein erhebliches Echo ausgelöst. Nach Angaben des Bundeskriminalamts gingen ein Mord, neun Körperverletzungen und ein Fall von Brandstiftung in die Statistik ein. Nach früheren Meldungen über solche Übergriffe hatte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere darauf gedrängt, sie 2017 erstmals vom BKA gesondert zu erfassen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte nach der Veröffentlichung der BKA-Zahl, Integration in Deutschland bedeute "ohne Wenn und Aber", die christlich-abendländische Wertekultur zu tolerieren. Das sei kein bloßer Wunsch besonders an die Flüchtlinge, "sondern eine zwingende Forderung". CDU-Innenexperte Ansgar Heveling etwa bezeichnete sie als "alarmierend". Da "Klarheit über das Ausmaß" der Übergriffe bestehe, müsse alles zum Schutz von Christen und christlichen Einrichtungen unternommen und Strafbarkeitslücken geschlossen werden. Leider habe die Bundesregierung aber dadurch, dass sie zunächst nur die Übergriffe auf Christen publik gemacht habe, "für eine Unwucht in der Debatte gesorgt. Die viel größere Dimension antisemitischer und islamfeindlicher Taten blieb somit bei der Präsentation der Zahlen zu den christenfeindlichen Übergriffen unerwähnt". Trotzdem seien mehr als zweieinhalbtausend antisemitische und islamfeindliche und 127 christenfeindliche Straftaten "besorgniserregende Zahlen." so Mihalic. Die vereinfachte Darstellung spiele "rechtsextremen Vereinfachern massiv in die Hände".

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